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Milchwirtschaft

Margen der Milcherzeuger schrumpfen

Kühe in niederländischen Milchviehstall
am Donnerstag, 11.07.2019 - 07:40 (Jetzt kommentieren)

Trotz relativ stabiler Auszahlungspreise schrumpfen die Gewinne der Milchviehhalter.

Vertreter der Landesvereinigung Milch NRW

Darauf hat Dr. Rudolf Schmidt, Geschäftsführer von milchNRW, der Landesvereinigung der nordrhein-westfälischen Milchwirtschaft, hingewiesen. Von Januar bis April 2019 betrug der durchschnittliche Erzeugerpreis nach Angaben der Organisation in NRW 33 Cent/kg Milch mit 4 % Fett und 3,4 % Eiweiß; das war lediglich 0,1 Cent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

"Diese 33 Cent sind aber nicht die Gleichen wie vor zwei Jahren", sagte Schmidt. Die Kosten der Milcherzeuger seien seither deutlich gestiegen. Er verwies auf höhere Futterkosten durch das Dürrejahr 2018, aber auch auf die steigenden Anforderungen an die Produktion durch sich verändernde gesellschaftliche Wünsche und zusätzliche Auflagen.

Als konkretes Beispiel nannte Wilhelm Brüggemeier, Vorsitzender von milchNRW, die "überteuerten Anforderungen" zur Ertüchtigung von Gärfutter- und Güllelagern durch die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AWSV). Die Verordnung bedeute einen "hausgemachten Wettbewerbsnachteil" gegenüber den Milchbauern in Irland und den Niederlanden.

Gegenläufige Preistrends bei Fett und Eiweiß

Zur Entwicklung der Auszahlungspreise im zweiten Halbjahr äußerte Schmidt sich zurückhaltend. "Es wäre schon gut, wenn wir die 33 Cent halten", sagte der Milchexperte.

Druck auf die MIlchverwertung geht derzeit vor allem vom Fettmarkt aus. Die Butterpreise sind weiterhin im Sinkflug. Dagegen haben sich die Erlöse für Magermilchpulver seit dem Abbau der EU-Interventionsbestände deutlich erholt auf ein inzwischen vergleichsweise hohes Niveau.

Neues Hochwald-Werk im Bau

Die Halbjahrespressekonferenz der Landesvereinigung fand in Mechernich-Obergartzem im Rheinland statt, wo die Molkerei Hochwald Foods derzeit ein neues Werk baut.

Nach den Worten von Peter Manderfeld, dem Vorstandsvorsitzenden der Genossenschaft, werden dort ab Mitte 2021 rund 800 Mio kg Milch jährlich über 21 Abfüllanlagen zu haltbaren Molkereiprodukten verarbeitet. Der Rohstoff wird zum Großteil umgeleitet vom Verarbeitungsstandort Erftstadt, der mit der Fertigstellung des neuen Werkes schließen wird. Außerdem sollen Teilmengen aus den an der Kapazitätsgrenze arbeitenden übrigen Hochwald-Werken abgezogen werden.

Baukosten von 200 Millionen Euro

Laut Manderfeld investiert Hochwald in Mechernich rund 200 Mio Euro. Die genossenschaftlichen Mitglieder sind an den Kosten direkt mit 55 Mio Euro beteiligt.

Im Herbst wird das Unternehmen zudem voraussichtlich neue Genussscheine ausgeben. Für die übrigen Kosten steht eine Bankenfinanzierung. Der neue Standort ist groß genug, um bei Bedarf weitere Verarbeitungskapazitäten aufzubauen.

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