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Coronavirus

Maskenpflicht: Das müssen Hofladen-Betreiber jetzt beachten

Maske Lebensmittel
am Montag, 27.04.2020 - 09:46 (Jetzt kommentieren)

Ab heute gilt in fast allen Bundesländern die Maskenpflicht. Was heißt das für Hofläden und Direktvermarkter?

Mund-Nasen-Schutz

In ganz Deutschland tritt heute die Maskenpflicht in Kraft. Je nach Bundesland sind die Regelungen jedoch unterschiedlich. Wer muss wo eine Maske tragen? Wer kontrolliert die Maskenpflicht? Wer ist verantwortlich? Und was passiert, wenn gegen die Maskenpflicht verstoßen wird? 

Grundsätzlich gilt für alle Bundesländer, dass die Regeln zu Hygiene und Abstand eingehalten werden müssen. Das heißt, ein Mindestabstand von 1,5 oder besser 2 Metern ist einzuhalten. Es dürfen je nach Größe des Verkaufsraums nur so viele Personen in den Hofladen eingelassen werden, dass dieser Abstand eingehalten werden kann. Mehr zu den Regeln und viele Tipps für die Sicherung Ihres Hofladens finden Sie hier.

Achtung, Bußgeld!

Wichtig für Sie zu wissen ist: in den meisten Bundesländern, die mit Bußgeldern drohen, stehen Sie als Ladenbesitzer in der Pflicht. Sie sind dafür verantwortlich, dass nur Kunden mit geeigneter Maske Ihren Laden betreten. Sollten sich die Kunden weigern, steht es Ihnen zu, von Ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen. Und das sollten Sie höflich, aber nachdrücklich auch tun, denn ansonsten werden Sie zur Kasse gebeten.

Als geeignete Maske geben die Bundesländer unterschiedliche Modelle an - vom einfachen Schal, über den textilen, selbstgenähten Mund-Nasen-Schutz (MSN) bis hin zum Begriff der "Alltagsmaske". Eine medizinische Maske nach bestimmten Standards ist nirgends vorgeschrieben. 

Die Regelungen der Bundesländer

In Baden-Württemberg gilt die Maskenpflicht ab Montag für den Einzelhandel und den öffentlichen Nahverkehr. Eine Maske tragen müssen alle Erwachsenen und Kinder über 6 Jahre. Ausnahmen gelten für Kassierer oder Personal, wenn ein entsprechender Hygieneschutz besteht, zum Beispiel eine Trennwand aus Plexiglas. Die Maskenpflicht muss vom Geschäftsinhaber / dem Personal durchgesetzt werden.

Bayern hat ebenfalls ab heute Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr für Personen ab dem 7. Lebensjahr. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 5000 Euro. Auch das Personal muss eine Maske tragen. Ladeninhaber und -personal müssen die Maskenpflicht durchsetzen.

In Berlin gilt keine Maskenpflicht für Geschäfte, nur für öffentliche Verkehrsmittel. In Läden ist auf die vorgeschriebenen Abstandsregeln zu achten. Das Tragen wird dort aber "dringend empfohlen".

In Brandenburg, Bremen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern gilt Maskenpflicht für alle über 6 Jahren in Bussen, Bahnen und in Geschäften. Es drohen aber keine Bußgelder, auch sind (bislang) Geschäftsinhaber nicht zur Durchsetzung des Tragens verpflichtet. Für das Verkaufspersonal gibt es noch keine feste Regelung. Das gleiche gilt für Hamburg und Niedersachsen, die noch explizit die Wochenmärkte nennen. In diesen Bundesländern sind keine Bußgelder oder Durchsetzungspflichten genannt. In Hessen wird noch explizit auf eine Maskenpflicht in Wartebereichen vor den Geschäften genannt.

In Nordrhein-Westfalen muss eine Maske getragen werden im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und auf Wochenmärkten,  Arztpraxen sowie bei Handwerks- und Dienstleistungen, wenn ein Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Gültig ist auch eine Abtrennung zum Beispiel aus Plexiglas. Die Maskenpflicht gilt für Kinder ab dem Schuleintritt. In NRW müssen Geschäftsinhaber und -personal die Hygienevorschriften durchsetzen, sonst drohen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro.

In Rheinland-Pfalz und dem Saarland gilt: Maskenpflicht für alle über 6 Jahre im ÖPNV und beim Einkaufen. Das Verkaufspersonal kann alternativ durch eine Abtrennung geschützt werden. Die Einhaltung der Maskenpflicht muss vom Inhaber/Personal überwacht werden. Es drohen Bußgelder von 250 Euro (RP) oder bis zu 2.000 Euro (Saarland).

Im Freistaat Sachsen gilt bereits seit dem 20. April in Nahverkehr und Einzelhandel Maskenpflicht. Eine offizielle Altersbeschränkung gibt es nicht. Kinder müssen nur dann eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wenn sie dazu in der Lage sind. Auch Verkaufspersonal muss eine Maske tragen und von den Kunden die Einhaltung verlangen. Bußgelder sind bislang nicht vorgesehen.

Sachsen-Anhalt hat die Maskenpflicht ebenfalls bereits eingeführt für ÖPNV und Geschäfte, und zwar für Kinder ab 2 Jahren. Die Einhaltung muss vom Inhaber kontrolliert werden. Verkaufspersonal kann alternativ durch eine Abtrennscheibe o.ä. geschützt werden, beim Einräumen der Waren muss aber Maske getragen werden.Bußgelder bis in Höhe von 1.000 Euro drohen.

Schleswig-Holstein ist ab heute das einzige Bundesland ohne Maskenpflicht - die folgt am Mittwoch. Sie gilt im Nahverkehr und in Geschäften für alle ab 6 Jahren.Bei Verkäufern reicht es, eine geeignete Abtrennung aufzustellen. Bußgelder bis zu 4 000 Euro drohen. Ladeninhaber sollen von ihrem Hausrecht Gebrauch machen.

In Thüringen gilt bereits seit Freitag Maskenpflicht. Alle Thüringer ab sechs Jahren müssen eine Maske in Geschäften und öffentlichen Nahverkehrsmitteln tragen, auch das Personal, und die Geschäftsinhaber sind in der Pflicht, das Tragen der Maske durchzusetzen. Ansonsten drohten Bußgelder bis zu 2.000 Euro.

 

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