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Traumjob

Mechatroniker für Landmaschinen aus Leidenschaft

Landmaschinenmechatroniker Sören Thömen im Schlepper
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
21.09.2016

Was macht ein Mechatroniker für Landmaschinen? Wir haben Sören Thömen von der Agravis Technik Heide-Altmark GmbH begleitet. Mehr dazu in der LAND & Forst 38/16.

Während der Maisernte ist Sören Thömen ein besonders gefragter Mann: Der Mechatroniker für Land- und Baumaschinen kommt gerade von einem Einsatz auf einem Maisacker zurück. Ein Landwirt, mitten in der Ernte, hatte schnelle Hilfe angefordert: Es gab Probleme mit seinem Schlepper. Sören war 45 Minuten später bei ihm und zwei Stunden später konnte der Landwirt weiterarbeiten.

Der 21-jährige Mechatroniker stellt seine Werkzeugkiste neben einen Traktor in der Werkstatt: „Der Kunde, bei dem ich eben war, stand unter Druck.“ Für heute ist noch Regen angesagt. Bis dahin wollte er die Ernte unbedingt ins Silo fahren. „Seine Laune war deshalb nicht die Beste. Aber ich habe mein Bestes gegeben und nun ist er wieder zufrieden.“

Landmaschinen reparieren direkt vor Ort

Etwa ein Viertel ihrer Arbeitszeit sind Sören und seine Kollegen von der Agravis Technik Heide-Altmark GmbH in Bardowick bei Lüneburg draußen bei den Kunden: Sie reparieren Maschinen direkt vor Ort. Gerade während der Ernte geht es dann für die Landwirte meist um Zeit und somit um Geld.

Für die Mechatroniker heißt es: Ruhe bewahren und den Fehler an der Maschine möglichst schnell finden. „Kommunikation ist absolut wichtig: Ich muss die passenden Worte wählen, um den Kunden zu beruhigen und den Fehler zu orten. Aber das macht mir viel Spaß.“ Der Geselle öffnet seine Werkzeugkiste und holt den passenden Schraubenschlüssel heraus. Er muss einen Ventildeckel abmontieren.

Schmalspurschlepper geerbt

Seit seiner Kindheit liebt Sören das Schrauben an Landmaschinen: „ Ich habe damals einen Schmalspurschlepper geerbt und stundenlang daran herumgedoktert“, erzählt er. Seine Eltern führen in Rehlingen einen landwirtschaftlichen Betrieb: 3.000 Mastschweine und 200 ha Ackerfläche sowie die Beteiligung an einer Biogasanlage gehören dazu. Dort wohnt Sören heute noch: „So kam ich auch hierher: Mein Vater ist Agravis-Kunde. Ich machte hier ein Praktikum und nach der Realschule meine Ausbildung.“

Mechatroniker arbeitet vielseitig

Schon als Azubi begeisterte ihn die Vielseitigkeit seines künftigen Berufes: „Neben den herkömmlichen Tätigkeiten wie Schweißen arbeite ich sehr gerne mit Elektronik. Und ich mag den Wechsel zwischen der Arbeit in der Werkstatt und draußen auf dem Feld.“ Natürlich gehören dazu auch Bereitschaftsdienste nach Feierabend und am Wochenende.

Jeder Mechatroniker mit eigenem Barcode

Sören legt den Ventildeckel zur Seite. Jetzt wird er die Ventile am Motor einstellen. Eine neue Dichtung für den Ventildeckel bekommt er im Ersatzteillager. Mit einem Barcode-Scanner registriert der 21-Jährige das Ersatzteil. Jeder Mitarbeiter hat einen eigenen Barcode. Damit loggt er sich in die Aufträge ein. Auch seine Arbeitszeit wird so erfasst, auf die Minute genau. Lediglich den Arbeitstext geben die Mechatroniker per Hand ein.

Nach sorgfältiger Prüfung des Werkstattleiters wird schließlich die Rechnung an den Kunden gestellt. Alle Rechnungen sind in einer Maschinenakte chronologisch hinterlegt: „Ich kann sie jederzeit aufrufen, wie eine Patientenakte“, erklärt Sören.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 38/2016 auf den Seiten 72 und 73. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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