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Förderung

Mehr Geld für Güllelager möglich

Güllelager wird gebaut
am
08.04.2019

Wer sein Güllelager abdeckt, kann dafür 40 Prozent Zuschuss erhalten. Auch für emissionsarme Gülleausbringung und umweltschonenden Pflanzenschutz gibt es jetzt noch Förderung. Doch nicht alle Länder ziehen mit – ein Überblick.

Güllelager wird gebaut

Bis zu 40 Prozent Zuschuss für eine emissionärmere Lagerung von Wirtschaftsdüngern, bis zu 30 Prozent Zuschuss für den Umbau der ganzjährigen Anbindehaltung in einen Laufstall, oder noch bis 2020 Zuschüsse für Maschinen und Geräte, die beim Ausbringen von Wirtschaftsdüngern und Pflanzenschutzmitteln zu verringerten Emissionen und Umweltbelastungen führen. Das sind die neuen Rahmenbedingungen im Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP).

Ende vergangenen Jahres wurden diese Fördergrundsätze in einer gemeinsamen Planungssitzung zur Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) beschlossen.

Doch nicht in allen Bundesländer können Landwirte diese Maßnahmen auch beantragen. In der Aprilausgabe des agrarheute-Magazins haben wir ausführlich aufgelistet, welche Länder welche Fördermaßnahmen anbieten.

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Welche Fördermaßnahmen die Bundesländer anbieten.

Zum Beispiel können Landwirte in Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein den höheren Zuschuss für das Abdecken von Güllelägern nicht beantragen. Sachsen hat dafür ein eigenes Landesprogramm, das unabhängig von der Gemeinschaftsaufgabe läuft.

Bei der emissionsarmen Gülleausbringung hält Bayern an seinem bisherigen KULAP-Programm fest. Beim umweltschonenden Pflanzenschutz hat der Freistaat vor kurzem ein Sonderprogramm Digital aufgelegt. Schleswig-Holstein hat diese Fördermaßnahme nicht mehr bis 2020 verlängert, da die emissionsarme Gülleausbringung ab 2020 ohnehin zur Pflicht werde, so die Begründung. In den übrigen Bundesländern dagegen können Landwirte noch bis 2020 Förderanträge stellen. Allerdings sollten sie vor dem Kauf bei ihrer zuständigen Förderstelle nachfragen, welche Maschinen und Geräte förderfähig sind.

Erhöht haben viele Länder ihre Zuschüsse für An- oder Umbauten in Anbindeställen für Rinder und in Zuchtsauenställen, speziell im Deckzentrum und im Abferkelbereich. Neben der bisherigen Basisförderung von 20 Prozent kommen ab diesem Jahr 10 Prozentpunkte obendrauf. Damit will die Politik es den Rinderhaltern erleichtern, vom Anbindestall auf Laufstallhaltung umzustellen.

Die meisten Bundesländer haben diesen Rahmenbeschluss in ihren Förderkonditionen umgesetzt. Nordrhein-Westfalen hält an seiner bisherigen Förderung fest. Das Land bezuschusst seit 2014 nur noch besonders tiergerechte Haltungsverfahren mit 40 Prozent. Rinderhalter, die auf Laufstallhaltung umstellen, bekommen einen um 5 Prozentpunkte höheren Zuschuss. Sie müssen allerdings deutlich höhere Anforderungen erfüllen. 

Förderung für überbetriebliche Beregnung verlängert

Beregnung mit Wasser

Hier noch weitere Änderungen:

  • Maßnahmen zur Bewältigung der durch Extremwetterereignisse verursachten Folgen im Wald.
  • Die Verlängerung der Förderung der überbetrieblichen Beregnung um weitere vier Jahre, um der zunehmenden Trockenheit wirksam zu begegnen.
  • Auch die Förderung der Breitbandversorgung wurde verbessert. Die bisherige Förderhöchstgrenze von 500.000 Euro pro Maßnahme wurde aufgehoben. Die Gemeinden können die Förderung jetzt auch bei einer Downstream-Geschwindigkeit von 30 MBit/s anstelle von 16 MBit/s beantragen.

Daneben hat der Planungsausschuss (Planak) einen Sonderrahmenplan für die integrierte ländliche Entwicklung beschlossen. Den Ländern stehen 2019 damit zusätzliche Bundesmittel von 150 Mio. Euro zur Verfügung.

Insgesamt stehen 2019 für die GAK 900 Mio. Euro zur Verfügung. Das sind 150 Mio. Euro mehr als 2018. Die Fördermaßnahmen innerhalb der Gemeinschaftsaufgabe werden jährlich angepasst. 

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