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Milchbauern wünschen sich mehr Anerkennung

Landwirt füttert Milchkühe
am Mittwoch, 24.06.2020 - 10:00 (1 Kommentar)

Milcherzeuger in Deutschland wünschen sich faire Preise und die Wertschätzung der Verbraucher für ihre Arbeit. Das zeigt eine Umfrage der Milag unter Milchbauern in Rheinland-Pfalz. Die Ergebnisse gibt es per Video.

Die Milchwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft (Milag) hat zum Internationalen Tag der Milch 2020 rheinland-pfälzische Milchbauern gefragt, was sie sich von den Verbrauchern wünschen, um auch in Zukunft weiter mit Elan ihrer Arbeit nachgehen zu können. Die Ergebnisse der Befragung zeigt dieses Erklärvideo:

 

Angst vor der Zukunft

Die zentrale Aussage der Umfrage: Die Arbeit macht Spaß, aber die Zukunftsängste begleiten den Alltag: Wie wirken sich EU-Politik, Maßnahmen im Klima-, Umwelt- und Tierschutz, Globalisierung oder Regionalität und Ernährungstrends auf die Arbeit und auf die Preise aus? Finden sich Hofnachfolger bei hohen Auflagen und immer stärker werdender Bürokratie? Welchen Einfluss hat der Klimawandel mit Dürren, Tornados oder Starkregen? Und hat sich das Konzept der familiengeführten, bäuerlichen Landwirtschaft überholt – gibt es in einigen Jahren in Rheinland-Pfalz überhaupt noch Milchviehbetriebe wie wir sie kennen?

Großen Wert legen nach Aussage der Milag die meisten Landwirte auf Wertschätzung. Wenn diese sich in einem fairen Preis widerspiegeln würde, von dem eine Familie ohne Zukunftsängste leben kann, wäre dies eine große Erleichterung. Hinter dem Begriff „Wertschätzung“ stünden aber auch immaterielle Dinge, wie Verständnis, Anerkennung und Respekt oder Akzeptanz. Vielen Landwirten sei positiv aufgefallen, dass das Bewusstsein der Bevölkerung für den Wert der Lebensmittel gestiegen ist. Nun fehle noch das Wissen, was nötig ist, um sie zu produzieren. Der Arbeitseinsatz stehe meist nicht in Relation zum Gewinn. "Landwirt sein", so das Ergebnis, "ist kein Beruf, sondern eine Berufung, eine Lebenseinstellung. Es gibt keine geregelten Arbeitszeiten, keine feste Freizeit. Man ist immer im Dienst, so lange Arbeit da ist."

Milag-Vorsitzender Michael Horper fasst zusammen: „Wertschätzung, Preise, Klimaveränderung – damit haben wir alle zu kämpfen. Trotz aller Hürden bin ich froh und stolz, dass unser Berufsstand es geschafft hat, die Lebensmittelversorgung auch während der Pandemie aufrecht zu erhalten. Auf uns Landwirte kann man sich verlassen!“

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