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Nationales Milchstabilisierungsprogramm

Milchmenge einfrieren: In diesen Fällen lohnt es sich

Fütterung von Kühen
Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
29.11.2016

Bis Mitte Januar 2017 können Milchviehhalter Beihilfen für das nationale Milchstabilisierungsprogramm beantragen. In bestimmten Fällen kann das sehr attraktiv sein. Die Redakteure der dlz wissen, wann sich eine Teilnahme am neuen Programm lohnen kann.

Staatshilfe, BMEL, Milch

Der Bundesrat muss am 16. Dezember 2016 dem Milchstabilisierungsprogramm noch zustimmen. Darin enthalten ist auch die Vergabe der insgesamt 116 Millionen Euro (je 58 Mio. Euro von EU und Bund) zur Stabilisierung der Milchmenge.

Nach der erwarteten Zustimmung im Bundesrat können Milchviehhalter bis zum 6. Januar 2017 einen Antrag stellen und sich verpflichten, von Februar bis April 2017 ihre Milchanlieferung im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum stabil zu halten. Das dlz agrarmagazin zeigt in seiner Dezemberausgabe anhand eines konkreten Falles, wann sich eine Teilnahme an dem Programm lohnt:

Bei den steigenden Milchpreisen, denkt Milchbauer H. sich, lohnt es sich eh nicht, daran teilzunehmen. Schließlich soll es ja nur 0,36 Cent/kg an Beihilfe geben. Doch sein Berater sagt ihm, dass das Programm durchaus interessant sein könne. Denn der Milchpreis alleine sei nicht entscheidend. So erhalten teilnehmende Landwirte für einen komplette Jahresanlieferung von Dezember 2015 bis November 2016 die Beihilfe, die durchaus auch deutlich höher ausfallen kann.

Bei geringem Interesse steigt Beihilfe deutlich

Der Berater von Michbauer H. nennt vier wesentliche Faktoren:

  • Der Erfolg des voraussichtlich Anfang 2017 zu beantragenden nationalen Programms zur Mengenstabilisierung wird im Wesentlichen davon abhängen, wie hoch die Milchpreise und Margen in den ersten Monaten des neuen Jahres sein werden.
  • Erste Kalkulationen zeigen, dass sich die Teilnahme auch für zukunftsorientierte Milchviehbetriebe häufiger als zunächst vermutet rechnen kann.
  • Voraussetzung ist eine geringe Gesamtteilnahme, die höhere Fördersätze mit sich bringt. Beantragen zum Beispiel nur ein Viertel der Milchbauern die Beihilfe, kann sie sogar auf 1,44 Cent/kg steigen. Wer in diesem Zeitraum 500.000 kg angeliefert hat, erhält so 7.200 Euro an Beihilfe. Das ist eine nette Nachzahlung.
  • Ebenso sind geringe einzelbetriebliche Grenzdeckungsbeiträge beim Verzicht auf eine Mengensteigerung oder das Verringern der Erzeugung entscheidend.

Welche Unterlagen nötig sind

Wenn Sie sich für die Beihilfe interessieren, sollten Sie rechzeitig schon Unterlagen bei der Molkerei besorgen, raten die Experten des dlz agrarmagazin.

  • Die Antragstellung wird im Januar über die Bundesanstalt für Ernährung (BLE) erfolgen.
  • Der Landwirt muss die Jahresanlieferung von Dezember 2015 bis November 2016 belegen, ebenso die Milchanlieferung in den Monaten Februar 2016 bis April 2016.
  • Zudem muss der Landwirt schriftlich erklären, von Februar 2017 bis April 2017 die Milchproduktion gegenüber Februar 2016 bis April 2016 nicht zu steigern.
  • Ebenso müssen Antragsteller erklären, in diesem Dreimonatszeitraum 2017 keine Kühe an Dritte zu überlassen.
  • Voraussichtlich bis Mitte Mai 2017 sind dann die Belege über die Milchanlieferung für den Dreimonatszeitraum 2017 einzureichen.

Wer möchte, kann auf einen Antrag auf einen Vorschuss in Höhe von 50 Prozent der Beihilfe, also 0,18 Cent/kg, stellen. Dieser wird dann früher als die restliche Beihilfe ausgezahlt. Wer den Vorschuss beantragt und die Milchanlieferung doch erhöht, muss den Vorschuss zurückzahlen, möglicherweise auch entsprechender Verzinsung.

Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Dezember 2016 erschienen.

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