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Betriebswirtschaft

Milchpreis: Neun Cent fehlen zur Kostendeckung

Kühe im Melkstand
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Josef Koch, agrarheute
am
16.10.2018

Die Milchpreise müssten mindestens um neun Cent/kg steigen, damit Milchbauern ihre Kosten decken können. Doch regional ist die Kostendeckung sehr unterschiedlich, so das MeG Milch Board.

Landwirt beim Melken

Mit 43,28 Cent/kg sind die Milcherzeugungskosten das dritte Quartal in Folge weiter angestiegen. Wichtigste Ursache dafür sind laut MeG Milchboard die seit einigen Monaten wieder erhöhten Futter- und Energiekosten und zugleich fallende Rindererlöse.

Das Verhältnis zwischen Kosten und Erlösen konnte sich im Bundesmittel leicht verbessern, weil die Milchauszahlungspreise im zweiten Quartal um 1,04 Cent auf 34,56 Cent/kg gestiegen sind.

Dennoch besteht im Durchschnitt eine Lücke von rund 9 Cent/kg, um alle Kosten zu decken. Die Unterdeckung von 20 Prozent weist laut MeG Milchboard auf eine weiterhin sehr ungünstige wirtschaftliche Lage für die meisten Milchviehbetriebe in Deutschland hin.

Milchpreise sind im Norden am niedrigsten

Grafik Preis-Kosten-Ratio Milch

Der Kostenanstieg trifft die Regionen Nord und Süd zurzeit am stärksten. Hier sind die Erzeugungskosten von April bis Juli 2018 mit 0,57 Cent bzw. 0,69 Cent um rund 1,5 Prozent gestiegen. Im Norden liegen sie mit 38,60 Cent um 5 Prozent höher als 2017. Die Milchauszahlungspreise im Norden stiegen dagegen sogar um 1,79 Cent auf 33,81 Cent. Das könne aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die Auszahlungspreise in der Region Nord am niedrigsten sind und zudem um 3,38 Cent unter denen des Gesamtjahres 2017 liegen, so Peter Guhl vom MeG Milchboard.

Im Juli 2018 waren die norddeutschen Milchviehbetriebe durchschnittlich 4,79 Cent pro Kilogramm erzeugter Milch von einer Kostendeckung entfernt. Die Erzeugungskosten lagen in Schleswig-Holstein bei 37,66 Cent, in Niedersachsen bei 38,01 und in Nordrhein-Westfalen bei 40,78 Cent.

Unterdeckung ist im Osten am niedrigsten

Im Süden und Osten erhöhten sich die Erzeugerkosten im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent. In der Region Süd zogen die Milchauszahlungspreise von April bis Juli 2018 mit 0,36 Cent auf 35,63 Cent nur noch sehr schwach an. Damit beträgt die Kostenunterdeckung im Süden 28 Prozent und im Osten 13 Prozent.

Guhls Fazit lautet: "Milchpreise unter 40 Cent sind nirgendwo gewinnbringend und müssen entsprechend deutlich angehoben werden.“

Die Berechnungen beruhen auf amtlich erfassten Buchführungsdaten. Sie repräsentieren die Mehrheit der spezialisierten Milchviehbetriebe in Deutschland.

Mit Material von MeG Milch Board
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