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Risikomanagement

Milchviehhalter Augst: Die Hühner sind da

am Mittwoch, 19.09.2018 - 15:42 (Jetzt kommentieren)

Milchviehhalter Matthias Augst schafft sich ein weiteres Standbein, um gegen künftige Milchkrisen besser gewappnet zu sein. Lesen Sie, welche Erfahrungen er mit seinem neuen Betriebszweig macht.

Augst-Milchviehstall

Im ersten Teil der Serie hat Milchviehhalter und Ceres-Finalist 2014 Matthias Augst geschildert, wie er auf Legehennen als weiteren Betriebszweig kam. Nach rund drei Monaten Wartezeit kamen 201 Hühner und ein Hahn Anfang August auf den Hof der Familie Augst. 

„Wir hatten uns für eine Brüterei entschieden, die uns die Stallbaufirma Rowa empfohlen hatte. Auch wenn uns dort das einzelne Huhn etwas mehr kostete, haben wir jetzt schon bemerkt, dass sich dieses bezahlt macht. Die Hühner sind gesund, fressen gut, und gedeihen prächtig“, ist Augst froh.

Wegen Hitze Mobil erst in den Rinderstall gestellt

Augst-Junge mit Huhn

Es war zu der Zeit sehr heiß und deshalb stellten der Milchviehhalter den mobilen Hühnerstall nicht wie geplant direkt auf die Wiese, sondern in eine Box in unseren Rinderstall. Da war er sonnengeschützt. Von Geflügelzüchter Andreas Voss aus Delbrück bekamen Augst viele wichtige Tipps. Ebenso konnte er ihn bei Fragen zu jeder Zeit anrufen. „Dies nahmen wir in den ersten beiden Wochen auch einige Male gern in Anspruch“, gibt der Landwirt zu.

Wegen der Hitze hatte er an manchen Tagen doch seine Bedenken, ob es den Hühnern gut geht. Immer wieder sind der Betriebsleiter und seine Frau im Stundentakt zum Mobil hingegangen, um die Tür zu öffnen und die Frischluftzufuhr zu gewährleisten. Teilweise haben sie auch die Kotschublade geöffnet, um Luftzirkulation zu erzeugen.  

Strikter Plan für Eingewöhnung

Blick aus Hühnermobil

Und so sah die Eingewöhnung für die Tiere ins Mobil aus:

  • 1. und 2. Woche: Die Hühner waren komplett nur im Mobil
  • 3. Woche: Für die Tiere geht es in den geschlossenen Wintergarten unter das Mobil
  • Ab 4. Woche: Die Hühner durften komplett nach draußen auf die Weide. Zwei Wochen später war die Hitzewelle vorbei.

Ab dem Tag des Einstallens gab es immer wieder vereinzelte Eier, die wir im Scharrraum oder in der hintersten Ecke des Mobils gefunden haben. Nach rund zehn Tagen steigerte sich die Eiermenge leicht und wir öffneten den Hühnern alle Nester. Diese sollten bis dahin auch geschlossen bleiben, damit die Hühner sich nicht zum Schlafen dort hineinsetzten.

Jetzt waren die Hühner in der 21 Lebenswoche. Auffällig: Die Tiere waren immer noch verhältnismäßig ruhig. Dennoch war Matthias Augst erleichtert, als er die Tiere ab der 22. Lebenswoche in den Wintergarten unter das Mobil lassen konnte.

Hühner fanden den Weg nicht zurück in den Stall

Augst-Freilandhaltung

Nun stellte sich ein Problem ein: Bis zu 70 Hühner fanden abends bei Einbruch der Dunkelheit nicht den Weg zurück ins Hühnermobil. „Wir fingen an, diese Tiere, abends von Hand zurück ins Hühnermobil zu setzen“, erzählt Augst.

Schließlich war dies die Lösung: Vor den Eingang des Mobils platzierte der Betriebsleiter ein kleines dämmriges Licht, das den Tieren den Weg zurück leuchten sollte. Abend für Abend wurden die Hühner weniger, die er und seine Frau zurücktragen mussten. Nach sechs Tagen klappte alles von alleine. Seit Anfang September genießen die Hühner den kompletten Freilauf auf der Wiese.

Die Legeleistung nahm kontinuierlich zu. „Nun konnten wir uns auf die Vermarktung der Eier konzentrieren“, nennt der Milchviehhalter seinen nächsten Arbeitsschwerpunkt im neuen Betriebszweig.

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