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Mindestlohn

Mindestlohndebatte: Ab Januar nur 8,84 statt 9,10 Euro?

Frau zieht Geldschein aus einem Portemonnaie
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Julia Eder, agrarheute
am
18.12.2017

Ende des Jahres läuft der vorübergehende Mindestlohn in der Landwirtschaft von 9,10 Euro aus und es gelten die gesetzlichen 8,84 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern wird über eine Weiterzahlung diskutiert.

In der Landwirtschaft endet 2017 die dreijährige Übergangsfrist für die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohnes. Vom Januar an muss der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro gezahlt werden. Das ist jedoch weniger, als momentan gezahlt wird. Denn seit November und noch bis Jahresende zahlen die Arbeitgeber in der Landwirtschaft einen Tariflohn von 9,10 Euro, wie agrarheute berichtete.

Zum 1. November hatten der Land- und forstwirtschaftliche Arbeitgeberverband und die IG Bauen-Agrar-Umwelt einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für die Branche vereinbart. Bis Ende Oktober habe der Mindestlohn Ost wie West 8,60 Euro betragen. Das Ergebnis einer Verhandlung um die Weiterzahlung der 9,10 Euro soll am 20. Dezember bekanntgegeben werden.

Diskussion um Weiterzahlung in Mecklenburg-Vorpommern

"Wir Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern haben das Angebot gemacht, auch weiterhin 9,10 Euro zu zahlen", sagte Hans-Heinrich Rave, der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes für Mecklenburg-Vorpommern. Rave sieht keine großen Schwierigkeiten für die Agrarbetriebe durch die höheren Lohnzahlungen. Um die Erhöhung des Stundenlohns um 50 Cent Anfang November habe es kaum Diskussionen gegeben, sagte er. Nach seiner Ansicht spielt der Mindestlohn nur für Betriebe mit osteuropäischen Saisonkräften etwa zum Spargelstechen oder Erdbeerpflücken eine Rolle.

Für Dirk Johne, stellvertretender Regionalleiter der IG BAU im Norden, ist das Ergebnis noch völlig offen. Er wisse von Arbeitgebern, die gerne wieder weniger zahlen würden, sagte er. "Dabei ist es erbärmlich, über 9,10 Euro zu diskutieren." Es gebe Betriebe, deren Bezahlung von Facharbeitern sich lediglich am Mindestlohn orientiere. Auch sei nicht überall gewährleistet, dass der laut Papier gezahlte Lohn den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden entspreche. In der Saison seien 10 oder 12 Stunden keine Seltenheit. 

Mit Material von dpa

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