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Digitalisierung

Monsanto-Tochter digitalisiert auch in Deutschland

teillet alexandre
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
13.11.2017

Daten nicht nur sammeln, sondern sinnvoll bündeln und auswerten. Mit diesem Ziel startet The Climate Corporation auf dem deutschen Markt.

Die Monsanto-Tochter aus Kalifornien will mit dem Dienstleistungs-Tool „Climate FieldView“ die Datenflut aus Mähdrescher, Düngerstreuer und anderen Sensoren nutzen.

Ab 2018 soll die Plattform in Deutschland, Frankreich und der Ukraine mit einer vorkommerziellen Version starten. „In den USA nutzen sie bereits 100.000 Landwirte“, sagt Alexandre Teillet, Leiter des europäischen Unternehmenszweigs.

„Der Weltrekord für Winterweizen liegt bei 168 dt/ha, die deutschen Ackerbauern ernten im Schnitt 77 dt/ha – das sind 91 dt/ha Potenzial für digitale Lösungen.“

Aus der Maschine aufs Ipad

Die Auswertungs-App läuft auf handelsüblichen Tablets und bezieht die Daten über einen Stecker, der an die Isobus-Steckdose der Maschine angeschlossen ist. Per Funk überträgt das Gerät die Informationen auf das Ipad, beispielsweise Ertrags-, Behandlungs- oder Bodendaten.

Dort lassen sie sich in Kartenform darstellen und mit Satellitendaten verknüpfen, die das Unternehmen bereitstellt. Direkte Vergleiche mit Vorjahren ermöglichen Rückschlüsse auf die Entwicklung auf dem einzelnen Schlag.

Da die Datenbank auf einer Cloud basiert, ist das Arbeiten auf mehreren Geräten und ein Teilen der Daten mit Beratern und Mitarbeitern möglich. Teillet betont, dass die Daten ohne Einschränkung dem Landwirt gehören. „Er kann jederzeit kontrollieren, mit wem er sie teilt oder nicht.“

Praktiker Röhrl: "Bisher viel gesammelt und kaum genutzt"

Landwirt Andreas Röhrl

Ackerbauer Andreas Röhrl aus dem Landkreis Regensburg nutzt die neue Datenplattform seit diesem Sommer. „Ich sammle schon seit fast zehn Jahren Daten, mir fehlt bislang aber die Möglichkeit, sie sinnvoll zu nutzen.“

Gut 10.000 Euro hat er pro Traktor bislang in Technik zur Datenerfassung investiert. „Das ist viel Geld dafür, dass ich die Daten bislang kaum auswerten konnte.“ Das neue Tool hält Röhrl für intuitiv zu bedienen. „Das ist wichtig, denn Daten sammeln und gleichzeitig seine Arbeit machen ist eine Herausforderung.“

Zu den Preisen nach der Startsaison 2018 hat sich Alexandre Teillet noch nicht geäußert. Landwirt Andreas Röhrls Einschätzung: „Wenn die Plattform mir etwas bringt, bin ich auch bereit, dafür zu zahlen.“

Mega-Drohne: Agronator trägt bis zu 30 Kilogramm

Drohne Agronator auf dem Boden
Drohne Agronator wird vorbereitet
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