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Molkereibranche

Nachhaltigkeit: Beemster-Käserei führt neue Anforderungen ein

Landwirt und Kinder auf Weide
am
29.10.2018

18 neue Nachhaltigkeitsziele wird die nordholländische Käserei Beemster ab 2019 einführen. Noch ist das System freiwillig. Bis zu 0,75 Cent/kg gibt es als Zuschlag. Ab 2020 ist Glyphosat auf den Höfen verboten.

Landwirt auf Weide mit Kuh im Arm

Die nordholländische Käserei-Genossenschaft, Beemster – CONO Kaasmakers, entwickelt die Nachhaltigkeit auf ihren Milchhöfen im kommenden Jahr deutlich weiter. Ab 2019 bilden die Themen „glückliche Kühe“, „mehr Gras im Futter“ und „verbesserter Umweltschutz“ das Dach der nächsten Nachhaltigkeits-Schritte.

Verpflichtend wird ab 2020 die Milcherzeugung auf den Höfen ohne Einsatz von Glyphosat.

„Wir haben einvernehmlich mit unseren Bauern ab 2019 ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, welches unsere Nachhaltigkeitsleistung aktiv vorantreibt,“ beschreibt Jan Roelofs, Managing Director Deutschland & International, die Motivation der Genossenschaft.

Erst im Juli dieses Jahres hatte der bäuerliche Genossenschaftsvorstand eine GVO-freie Erzeugung, zertifiziert nach VLOG (Verband Lebensmittel ohne Gentechnik) bis 2020, verabschiedet.

Maximal 0,75 Cent Nachhaltigkeitszuschlag möglich

Neu ist eine zusätzliche Prämie, wenn Milcherzeuger ein bestimmtes Nachhaltigkeitsziel erreichen, wie mehr Gras im Futter. Für 18 einzelne Themen wurden messbare Ziele festgelegt, wofür der Bauer jeweils 0,05 Euro pro 100 kg Milch erhält. Durch die Staffelung sind bis zu 0,75 Cent pro kg Milch möglich. Diese Zusatzprämie ergänzt den bestehenden Zuschlag von 2,75 Cent für Weidegang und Teilnahme am Caring Dairy - System.

Das Erreichn dieser Ziele ist für die Bauern freiwillig und zeitlich zunächst offen. Als Vision für alle steht 2025 im Raum.

Ohne Weide gibt es 1 Cent weniger Milchgeld

Jungrinder auf Weide

Ab 2019 ist maximal möglicher Weidegang eines der 18 erreichbaren Ziele, nicht nur für Milchkühe, sondern auch für Jungvieh. Zusätzlich wird der Milchpreis für jene Beemster-Höfe um 1 Cent pro Liter gekürzt, welche ihren Tieren keinen Weidegang ermöglichen.

Unter „Caring Dairy“ arbeiten die Beemster-Bauern bereits seit 10 Jahren konsequent an der stetigen Verbesserung der Nachhaltigkeit auf ihren Höfen. Weidegang ist seit 2002 fester Bestandteil der Genossenschafts-Philosophie.

Jan Roelofs: „Wir möchten von allen unseren Bauern Weidemilch erhalten, aus unterschiedlichen Gründen ist dies derzeit noch nicht möglich. Um Kosten für die getrennte Milchabholung langfristig zu minimieren und die Nachhaltigkeit der Transportwege zu erhöhen, sorgen wir für Anreize zum Weidegang.“

Die Weidegang-Quote aller Beemster-Höfe liegt nach Firmenangaben bei 94 Prozent. Beemster wird aus 100 Prozent Weidemilch erzeugt. Die Differenz zwischen den zusätzlichen Prämien für einen Betrieb mit oder ohne Weidegang beläuft sich dann auf 3 Cent pro kg Milch.

Die weiteren Nachhaltigkeitsziele

Folgende Nachhaltigkeitsziele hat die nordholländische Käserei eingeführt:

  • Mehr Gras im Futter, ein höherer Selbstversorgungsgrad der Höfe, ein hoher Anteil an Dauer-Grasland sowie verminderter Kraftfutter-Einsatz sind erreichbare Ziele, für die es bald Prämien gibt.
  • Weidevogelschutz und Förderung der Artenvielfalt its heute engagieren sich 50% der Beemster-Höfe aktiv im landwirtschaftlichen Naturschutz.
  • Bezug von 100 Prozent grünem Strom, dazu niedriger Energieverbrauch und eigene Erzeugung erneuerbarer Energien.
  • Verminderter Ausstoß von Treibhausgasen.
  • Optimaler Mineralstoffkreislauf auf dem Hof, wobei Stickstoffnutzung und ein niedriger Ammoniakausstoß als Ziele festgelegt sind.
  • Geringer Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
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