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Artenvielfalt

Naturschutz: So wirtschaften Sie produktiv und gleichzeitig nachhaltig

Biene auf Phacelia
am Montag, 03.07.2017 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Naturschutz wird künftig einen größeren Anteil an unserem Betriebsalltag haben. Wie sich Artenvielfalt und Produktivität kombinieren lässt, hat der agrarmanager erklärt.

Der Erhalt der Artenvielfalt ist ein viel diskutiertes Thema. Da die Landwirtschaft in Deutschland 50 % der Landfläche nutzt, trägt sie auch einen gewichtigen Anteil an Erhalt und Förderung der Biodiversität.

Eine große Artenvielfalt ist für die Landwirtschaft aus verschiedenen Gründen enorm wichtig:

  • Bestäubung von Kulturpflanzen
  • Nützlinge halten Schaderreger in Schach
  • Bodenfruchtbarkeit durch Regenwürmer und Bodenmikroorganismen

Der agrarmanager hat in seiner aktuellen Ausgabe Juni 2017 vorgestellt, wie man produktiv und gleichzeitig nachhaltig wirtschaften kann.

Effektive und günstige Biodiversitätsmaßnahmen

Der Pflanzenschutzmittelhersteller BASF hat 2012 als einer der ersten Agribusinessunternehmen ein Programm zur Förderung der Biodiversität entwickelt: Das FarmNetzwerk Nachhaltigkeit. Nach Überzeugung des Konzerns sind Biodiversität und moderne, konventionelle Landwirtschaft kein Widerspruch. Ziel ist die Förderung der Artenvielfalt und der Erhalt von möglichst viel produktiver Fläche.

Auf mittlerweile 53 Partnerbetrieben in Deutschland, Österreich und Belgien werden Biodiversitätsmaßnahmen entwickelt und getestet.

Folgende Maßnahmen haben sich in den letzten Jahren als schnell umsetzbar, effektiv und preisgünstig erwiesen:

  • Anlage ein- oder mehrjähriger Blühstreifen an Acker- oder Gewässerrändern
  • Aufwertung oder Anlage von Landschaftselementen wie Gehölze, Säume, Lesesteinhaufen
  • Brachflächen und Rohbodenhabitate als Vermehrungsflächen für bodenbrütende Insekten- und Tierarten
  • Anlage von Feldlerchenfenstern
  • klassische Vogelschutzmaßnehmen
  • Bejagung von Fuchs, Marder und Waschbär

Schaffung von Lebensräumen

Einer der Hauptgründe für den Rückgang der Artenvielfalt sind fehlende Lebensräume. Unproduktive Flächen, wie etwa schlecht erreichbare, kleine Flurstücke, Nassstellen oder anderen Einschränkungen lassen sich auf jedem Betrieb finden. Damit wird der Verlust hochwertiger Produktionsfläche vermieden.

Ein Beispiel für eine wirtschaftlich nicht ins Gewicht fallende Maßnahme ist die Anlage von Feldlerchenfenstern: 2 Fenster mit zusammen 40 m²/ha ergeben einen Ernteverlust von 0,4 % der Ackerfläche, also etwa 2,5 bis 4 €/ha.

Weitere Infos über die erfolgreiche Umsetzung von Artenschutzstrategien finden Sie hier:

So sieht Nachhaltigkeit in der Praxis aus

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