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+++ Bauernproteste +++

Niederlande: Bauern wollen faire Preise durchsetzen

Lebensmittel
am Mittwoch, 26.02.2020 - 09:55 (Jetzt kommentieren)

Die niederländische Bauernvereinigung Farmers Defense Force (FDF) will in den Supermärkten ein Qualitätszeichen für bauernfreundliche faire Preise durchsetzen.

Dazu befindet FDF mit den niederländischen Supermärkten offenbar noch in Verhandlung. Diese sind von dem Konzept noch nicht überzeugt, berichtet die Branchenvereinigung Centraal Bureau Levensmiddelenhandel (CBL).

Mit dem Farmer Friendly Farmers Label will Farmers Defense Force den niederländischen Landwirten eine bessere Position in der Handelskette verschaffen und so eine gerechtere Bezahlung für ihre Produkte erzielen.

Das Label soll nicht auf den Produkten erscheinen, sondern muss im Geschäft und im Regal sichtbar sein, argumentierte FDF vor der niederländischen Presse. Zur Umsetzung des Konzepts hat FDF eine Bauerngenossenschaft gegründet.

Bauern und LEH noch in Verhandlung

Lebensmittel Einkauf

Auf diese Weise wird für die Verbraucher erkennbar, ob der Supermarkt die niederländischen Bauern freundlich behandelt und qualitativ hochwertige, ehrlich erzeugte Produkte verkauft, die die Bauern produzieren, heißt in dem Konzept von FDF. "Der Vertragsentwurf, den uns der EFD im Dezember dafür vorgelegt hat, war jedoch nicht realistisch", sagte dazu die Sprecherin Else de Kwaasteniet vom Centraal Bureau Levensmiddelenhandel (CBL).

Mittlerweile fand schon ein zweites Treffen statt, bei dem der EFD seine Vorschläge weiter entwickelte. Ein drittes Gespräch über die Machbarkeit des Konzepts werde nach dem Karnevalsurlaub stattfinden, meldete die CBL. Bis zu diesem Zeitpunkt möchte der Dachverband der Einzelhändler den Plan der Bauern nicht kommentieren.

Die CBL bestätigt, dass es auf dem niederländischen Markt keine vergleichbare Initiative gibt. Nach den Vorstellungen von FDF sollen die Supermärkte durch aktive Werbung zeigen, dass sie das Farmer Friendly-Qualitätszeichen erhalten haben und die Bauern unterstützen.

Transparenz für Verbraucher

Supermarkt Verbraucher

Nach Einschätzung von FDF ermöglicht dieses Vorgehen den Verbrauchern, ganz bewusst Produkte in einem Supermarkt zu kaufen, denn er weiß genau, dass der Landwirt dafür einen faireren Preis erhält. Die teilnehmenden Supermärkte sind dann für die Verbraucher deutlich am Farmer Friendly-Qualitätszeichen zu erkennen.

Das Qualitätszeichen soll aus einem sogenannten Sternensystem bestehen. Das heißt: Ein Supermarkt kann das Label mit einem, zwei oder drei goldenen Sternen erhalten. Der Supermarkt kann dieses Qualitätszeichen dann in Anzeigen direkt bewerben.

FDF ist überzeugt: Die Supermärkte ziehen mit dem Qualitätszeichen mehr Verbraucher an, was ihren Umsatz steigert. Dafür soll der Supermarkt dann einen Prozentsatz des Jahresumsatzes direkt an die Bauern zahlen, die Mitglieder der Genossenschaft Farmer Friendly sind.

Der Prozentsatz hängt vom Qualitätszeichen ab (Sterne), das der Supermarkt erworben hat. Nach Einschätzung von FDF ist das Label ein einfaches und effizientes Marktinstrument, um die Position des Bauern in der Kette zu stärken.

Beispiele auch aus England

Das Konzept für eine bessere Margenaufteilung in der Lebensmittel-Kette gibt es auch in anderen Ländern, berichtet das niederländische Agrarportal Nieuwe Oogst. Zum Beispiel hat England ein vergleichbares Qualitätszeichen mit einem roten Traktor. Diese zeigt an, dass ausgewählte landwirtschaftliche Produkte mit einer angemessenen Marge verkauft werden.

Nieuwe Oogst berichtet außerdem, dass die Bauern von FDF mit ihrem ihren Vorschlag  auch die Vorstellungen der niederländischen Partei D 66 treffen. Deren Abgeordneter Tjeerd de Groot, hatte vor zwei Wochen dem niederländischen Repräsentantenhaus vorgeschlagen, ein Gütesiegel für Supermärkte und Lebensmittel-Verarbeiter einzuführen, die den Bauern einen fairen Preis zahlen.

Das Label würde auch nach Meinung von de Groot zu einer besseren Aufteilung der Margen in der Lebensmittelkette führen und helfen, den Sprung in die „Kreislauflandwirtschaft“ besser zu schaffen.

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