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Zuckerrüben

Nordzucker: Rübenliefervertrag genau kalkulieren

am Mittwoch, 11.07.2018 - 10:27 (Jetzt kommentieren)

Bis 18. Juli müssen sich Rübenanbauer entscheiden, ob sie mit Nordzucker einen Jahresliefervertrag vereinbaren. Lesen Sie, wann sich der Abschluss lohnt.

Fungizidbehandlung in Zuckerrüben

Die Nordzucker AG bietet ihren Rübenanbauern aktuell einen Jahresvertrag für Zuckerrüben an. Der Vertragsabschluss muss bis 18. Juli 2018 erfolgen. Die Konditionen entsprechen dabei weitgehend denen aus dem 1-Jahresvertrag mit variablem Preismodell der Ernte 2018.

Neu wird für den Jahresvertrag 2019 beim variablen Rübenpreis eine Untergrenze von 18,66 Euro/t bei 16 % Zuckergehalt eingeführt, was bei 17,5 % Zuckergehalt und durchschnittlich erwarteten Nebenleistungen (Rübenmarkvergütung + Früh-/Spätlieferausgleich) einen Mindestrübenpreis von 25,76 Euro/t zuzüglich Umsatzsteuer erwarten lässt, berichtet die Arbeitsgemeinschaft für Landberatung e.V. in Hannover.

Diese Untergrenze werde bei einem Zuckerpreis von 370 Euro/t erreicht. Derzeit bewege sich der EU-Zuckermarktpreis ab Werk nahe an dieser Untergrenze.

Nur auf guten Standorten sinnvoll

„Erhalten die Rübenanbauer im kommenden Jahr nur diesen Mindestpreis, müssen sie genau rechnen, ob sich der Anbau lohnt“, rät Tilman Lüddeke vom Landwirtschaftlichen Beratungsring Hildesheim. Nach seinen Berechnungen schneidet die Rübe nur auf guten Standorten mit Erträgen über 830 dt/ha besser ab als Silomais oder Raps.

Wer mit einem geringeren Ertragsniveau für die Rüben kalkuliert, sollte prüfen, ob er noch Silomais an Biogasanlagen verkaufen kann. Laut Lüddeke bringt der Silomais bei einem Ertrag von 600 dt/ha (32 % TS) und 2,56 Euro/dt mit 978 Euro/ha ein höheres Betriebseinkommen (ohne Pachten und Löhne) als der Rübenanbau. Dieser komme bei 800 dt/ha und 26,50 Euro/dt netto nur auf ein Einkommen von knapp 790 Euro/ha.

„Allerdings sind bei der Rübe Risikokosten von 150 Euro/ha kalkuliert, aufgrund von Insektizideinsatz und falls im kommenden Jahr weitere Einschränkungen bei Pflanzenschutzmitteln drohen“, erläutert der Berater. Blattweizen käme immerhin bei 95 dt/ha auf rund 900 Euro Betriebseinkommen, falls sich durchschnittlich 16,54 Euro/ha netto ab Hof erzielen ließen.

Anbauplanung jetzt abschließen

Somit wird es bei der Planung der Zuckerrübenfläche für die Ernte 2019 vielfach nicht darum gehen, Rübenfläche aufzustocken, sondern eher die Anbaustruktur zu optimieren, um beispielsweise Schlagteilungen zu vermeiden. Das Erzeugen nicht vertraglich abgesicherter Überrüben sollten Landwirte aus wirtschaftlichen Gründen soweit wie möglich vermeiden, empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft für Landberatung.

Jeder Rübenanbauer für Nordzucker ist jetzt aufgefordert, den Liefervertrag für die Ernte 2019 abzuschließen. Wie in den Vorjahren kann man sich dabei um zusätzliche Menge (Freie Menge) bewerben. Kurzfristig gilt folglich:

  1. Rübenanbauplanung für 2019 abschließen,
  2. Benötigte Vertragsmenge errechnen,
  3. Mehrjährig gezeichnete Vertragsmengen (2017-19 und 2018-20) berücksichtigen,
  4. Vertragszeichnung bis spätestens zum 18. Juli 2018 abschließen,
  5. Saatgutfrühbestellung bis 31. Juli 2018 wahrnehmen.

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