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Förderung

OECD-Bericht: Landwirte erhalten weniger staatliche Gelder

Geldscheine im Acker
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Josef Koch, agrarheute
am
27.06.2018

Industrieländer unterstützen ihre Landwirte mit immer weniger Geld. Das geht aus dem aktuellen OECD-Bericht hervor. In den Schwellenländern ist das anders.

Geldscheine und Schere

Die staatliche Unterstützung der Landwirte ist in den Industrieländern - gemessen an deren Bruttoinlandsprodukt (BIP) - in den vergangenen 20 Jahren deutlich gesunken. Das geht aus dem agrarpolitischen Bericht 2018 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor.

Demnach transferierten die untersuchten 51 Länder - alle OECD- und EU-Staaten sowie zehn Schwellen- und Entwicklungsländer - im Zeitraum 2015 bis 2017 an ihre Landwirte jährlich im Schnitt 0,7 Prozent des BIP, verglichen mit noch 1,3 Prozent in den Jahren 1995 bis 1997.

Hohe Förderung in Schweiz und Norwegen

Laut OECD ist der durchschnittliche Umfang der Produzenten-Subventionsäquivalente (PSE) in den Mitgliedsländern von knapp 30 Prozent in den Jahren 1995 bis 1997 auf 18 Prozent im aktuellen Drei-Jahres-Zeitraum gesunken.

Dagegen nahm der Wert in den erfassten Schwellen- und Entwicklungsländern kräftig zu, nämlich auf zuletzt 14 Prozent. Während die Stützung in Australien, Neuseeland, Brasilien und Chile von 2015 bis 2017 im Mittel weniger als 3 Prozent der Bruttoerlöse der Landwirte entsprach, waren es in Japan, Südkorea, der Schweiz und Norwegen 45 Prozent und weit mehr.

  • Die USA brachten es auf knapp 10 Prozent.
  • Die die EU kam auf gut 19 Prozent,
  • Russland auf 13 Prozent,
  • und China auf 16 Prozent.
  • Für die Ukraine berechnete die OECD hier einen Negativwert von etwa 8 Prozent.

OECD-Direktorin fordert weiteren Abbau

Insgesamt brachten diese Länder der OECD zufolge zuletzt etwa 620 Mrd. US-Dollar (530 Mrd Euro) jährlich zur Unterstützung ihrer Landwirtschaft auf. Davon seien zwei Drittel über Maßnahmen transferiert worden, die die Entscheidungen des Agribusiness stark verzerrt hätten, so die Pariser Organisation.

Etwa 80 Prozent der Förderung sei an die Landwirte gegangen; nur 14 Prozent hätten der Unterstützung von Forschung und Entwicklung sowie der Infrastruktur gedient.

Die OECD-Vizedirektorin für Handel und Landwirtschaft, Carmel Cahill, forderte einen Abbau von schädigenden und verzerrenden Agrarpolitiken. Eine direkt mit der Produktion und dem Input verknüpfte Stützung lasse die inländischen und internationalen Märkte schlechter funktionieren, fördere einen die Umwelt schädigenden Mehreinsatz an Betriebsmitteln und verbrauche begrenzte öffentliche Gelder, die im Agrarsektor effizienter eingesetzt werden könnten, erklärte Cahill. Sie appellierte an die Länder, die Stützung stärker in Richtung öffentliche Leistungen umzulenken.

Mit Material von AgE
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