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Ökobauern haben hartes Wirtschaftsjahr hinter sich

am Dienstag, 12.11.2019 - 10:08 (Jetzt kommentieren)

Das Wirtschaftsjahr 2018/19 traf Ökobauern besonders heftig. Dürrebedingt fehlten die Erträge. Teilweise bessere Preise konnten das nicht wettmachen.

AF_Getr.-Hackstriegel

Die extensive Wirtschaftsform der Ökobetriebe im Testbetriebsnetz der Landwirtschaftskammerländer musste den unwirtlichen Vegetationsbedingungen des Sommers 2018 Tribut zollen.

Die Öko-Bauern haben im Vergleich zum Vorjahr ihr Unternehmensergebnis nicht halten können. Sie rutschten um über 23 Prozent auf ein Niveau von 56.200 Euro ab. Sie verdienten damit weniger als die konventionellen Kollegen.

Im Durchschnitt aller Betriebe und Regionen gaben die Gewinne von rund 70.000 auf 52.000 Euro nach. Dieser Wert wurde vor allem durch die Einbußen bei Futterbaubetrieben, aber auch bei den Schweinehaltern, verursacht.

Die Auswirkungen der Dürre zeigten ein klares Nord-Süd-Gefälle. Während in Rheinland-Pfalz und im Saarland die Halmfrüchte noch leicht zulegten, verschärfte sich die Situation vor allem in Schleswig-Holstein. Erreicht wurde im nördlichsten Bundesland ein Durchschnittsgewinn von lediglich 36.000 Euro.

Im Norden verloren Ökobauer Eigenkapital

Die Nettorentabilität erreichte Werte von 47 Prozent in Schleswig-Holstein und 90 Prozent in Rheinland-Pfalz. In Bezug auf alle Betriebsausrichtungen ist festzustellen, dass die Gewinne nicht ausreichten, um die eingesetzten Produktionsfaktoren Boden, Kapital und Arbeit voll zu entlohnen.

Im Norden ergaben sich Eigenkapitalverluste. Im Südwesten war es dagegen noch möglich, Rücklagen zu bilden.

Dürre brachte große Ertragseinbußen

Der Ertrag für Ökogetreide (36 dt/ha) brach merklich ein. Die Preise für ökologisch erzeugtes Korn stagnierten auf einem Niveau von 39 Euro/dt. Bei Raps wurden lediglich 18 dt/ha geerntet, was mit einem Ertragsrückgang von 21 Prozent korrespondiert. Auch hier zeigten sich die Kurse mit 48 Euro/dt annähernd stabil.

Kartoffeln erzielten mit 218 dt/ha einen Ernteertrag auf Höhe des Vorjahres. Die Preise legten von 46 auf 49 Euro/dt leicht zu.

Der Preis für Öko-Milch blieb unverändert: Damit erlösten die Betriebe 48,50 Cent/kg Milch.

Entgegen des Trends in der konventionellen Schweinehaltung konnte der Vorjahrespreis bei Öko-Schweinen sogar überboten werden. Mit einem Plus von zwei Prozent erzielten die Produzenten 375 Euro je Mastschwein.

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