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Ökolandbau

Wann der Ökolandbau die Welt ernähren kann

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Josef Koch, agrarheute
am
15.11.2017

Laut einer Schweizer Studie kann der Ökolandbau die Welternährung sichern. Doch es sind einige Anpassungsmaßnahmen nötig.

Fleckviehkuh auf Weide

Eine weltweite Umstellung auf biologischen Landbau kann zu einem umfassend nachhaltigen Ernährungssystem für 9 Mrd. Menschen beitragen, wenn sie mit weiteren Massnahmen kombiniert wird. So gilt es etwa, den hohen Konsum tierischer Produkte zu reduzieren, weniger Kraftfutter in der Tierhaltung einzusetzen und Nahrungsmittelabfälle zu vermeiden.

Ein solches Ernährungssystem hat positive Auswirkungen auf wichtige Umweltaspekte wie Treibhausgasemissionen, Überdüngung und Pestizidverbrauch – und führt trotz biologischer Bewirtschaftung nicht zu einem höheren Landverbrauch. Dies belegt eine neue Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL.

Ohne Konsuzmverzicht höherer Flächenverbrauch

Die neue FIBL-Studie zeigt, dass in Kombination mit dem Verzicht auf Kraftfutter, einer entsprechenden Verringerung des Konsums tierischer Produkte und mit der Verminderung von Nahrungsmittelabfällen der Biolandbau eine wichtige Rolle in einem nachhaltigen Ernährungssystem spielen kann.

Dabei wäre die Ernährung der Weltbevölkerung auch bei über 9 Milliarden im Jahre 2050 gesichert, der Landverbrauch würde nicht zunehmen, die Treibhausgasemissionen würden vermindert und die negativen Auswirkungen des heutigen intensiven Ernährungssystems wie große Stickstoffüberschüsse oder hohe Pestizidbelastung würden laut den Schweizer Forschern stark reduziert werden.

Die Umstellung auf Biolandbau bei sonst gleichbleibenden Konsummustern würde hingegen zu einem erhöhten Flächenverbrauch führen.

Lebensmittelabfälle müssen um die Hälfte sinken

Die neue Studie zeigt nun auf, wie diese verschiedenen Strategien optimal kombiniert werden können, um mit diesen Zielkonflikten umzugehen.

Selbst wenn man die Landwirtschaft zu 60 Prozent auf Bio umstellen würde, und die Kraftfuttergaben und den Abfall von Lebensmitteln um die Hälfte reduzierte, würde dies schon ein Ernährungssystem mit signifikant geringeren Umweltwirkungen und kaum erhöhtem Landverbrauch bedeuten, räumt die FIBL-Studie ein. Ein solches Ernährungssystem wäre auch klimafreundlich, da insbesondere die totalen Treibhausgasemissionen verringert würden.

Der Konsum tierischer Produkte würde dabei um gut ein Drittel zurückgehen, da weniger Futtermittel zur Verfügung stünden.

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