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Änderungen im Sozialrecht

Pflege, Kinderkrankengeld, Daten: Das ändert sich für Landwirte 2021

Mutter geht mit Kindern beim Kuhstall spazieren
am Samstag, 20.03.2021 - 08:00 (Jetzt kommentieren)

Welche Änderungen im Sozialrecht, bei den Krankenkassenbeiträgen und Versicherungen stehen an? Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat für 2021 eine Reihe von Änderungen beschlossen, die seit 1.1.2021 gelten oder noch vor Ablauf der Legislaturperiode im September umgesetzt werden sollen. agrarheute stellt die für Landwirte wichtigsten Änderungen vor. Teil II: Krankenakte, Kindergeld, Pflege

Das ändert sich 2021: Was ist die Elektronische Patientenakte?

Die elektronische Patientenakte wird 2021 in mehreren Ausbaustufen den Versicherten der Krankenkassen in Form einer App zur Verfügung gestellt. Hier können die Patientinnen und Patienten zum Beispiel Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Behandlungsberichte und elektronische Medikationspläne einstellen. Ab Juli 2021 kann die elektronische Patientenakte auch ohne App direkt in den Arztpraxen genutzt werden. Eine Liste der von den Krankenkassen angebotenen Systeme für die App ist vom GKV-Spitzenverband, der zentralen Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland, in seinem Internetangebot (PDF-Datei) veröffentlicht.

Die Ärztinnen und Ärzte können erst nach Einwilligung ihrer Patientinnen und Patienten deren Behandlungsdaten in die elektronische Patientenakte eintragen. Damit können dann Ärzte, Therapeuten oder Apotheken, die in die Behandlung eingebunden sind, auf die Daten der elektronischen Patientenakte zugreifen, um eine sichere digital gestaltete Kommunikation zwischen allen Behandelnden zu ermöglichen.

Wichtig: Die elektronische Patientenakte ist ein Angebot. Die Nutzung ist freiwillig. Die Versicherten entscheiden, ob sie sie nutzen, und falls ja, welche Daten gespeichert oder wieder gelöscht werden und wer auf sie zugreifen darf.

Was ändert sich 2021 für Landwirte beim Kinderkrankengeld?

Versicherte der Krankenkassen können 2021 länger Kinderkrankengeld beanspruchen. Der Anspruch besteht für 20 statt zehn Tage je Kind und je Elternteil. Für Alleinerziehende erhöht sich der Anspruch von 20 auf 40 Tage je Kind. Gedeckelt ist der Anspruch auf maximal 45 Tage beziehungsweise 90 Tage bei Alleinerziehenden.

Besonderheit: Der Anspruch besteht auch, wenn ein gesundes Kind zu Hause betreut werden muss, weil Schulen oder Kindergärten beziehungsweise -tagesstätten geschlossen sind, die Präsenzpflicht in der Schule aufgehoben oder der Zugang zum Betreuungsangebot der Kindergärten und -tagesstätten eingeschränkt wurde. Eltern können das Kinderkrankengeld auch beantragen, wenn sie im Homeoffice arbeiten könnten. Es ist kein ärztliches Attest erforderlich.

Die Krankenkassen informieren ihre Versicherten über die notwendigen Angaben für die Antragstellung beziehungsweise stellen ein Antragsformular zur Verfügung. Die Antragstellung wird unkompliziert und unbürokratisch von den Krankenkassen gestaltet. Für diese „versicherungsfremde“ Leistung der Krankenkassen zahlt der Bund einen zusätzlichen Bundeszuschuss.

Was ändert sich 2021 bei der Pflege?

In der vollstationären Altenpflege sollen 20.000 zusätzliche Stellen für Pflegehilfskräfte geschaffen werden, um die Situation in den Alten- und Pflegeheimen zu verbessern. Sie werden durch die Pflegeversicherung bezahlt. Die Eigenanteile der Bewohnerinnen und Bewohner in Altenheimen müssen deshalb nicht steigen. Für bestimmte, im Rahmen der Pflegebegutachtung empfohlene Hilfsmittel bedarf es keiner ärztlichen Verordnung. Diese zunächst befristet eingeführte Regel gilt nun dauerhaft.

Mit Material von B&B Agrar, Ausgabe Februar 2021 (Erstveröffentlichung), Autor: Jürgen Landgrebe

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