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Trockenheit

Polen zahlt bis zu 234 Euro/ha Dürrehilfe

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Josef Koch, agrarheute
am
02.08.2018

Während in Deutschland die Politik noch über Dürrehilfen für Landwirte diskutiert, hat Polen bereits konkrete Maßnahmen beschlossen.

Landwirte in Polen und Australien erhalten wegen der Dürre in ihren Ländern bereits staatliche Finanzhilfen, bei uns wartet man stattdessen noch auf endgültige Ernteergebnisse.

Die polnische Regierung hat ihr Hilfspaket für die von der Dürre betroffenen Landwirte konkretisiert. Laut einem gestern vom Kabinett in Warschau angenommenen Beschluss sollen für entsprechende Maßnahmen bis Jahresende umgerechnet rund 187 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden.

Dabei sind nach Angaben von Landwirtschaftsminister Jan Krzysztof Ardanowski für Ackerbaubetriebe Hilfen von bis zu 234 Euro pro Hektar vorgesehen. Voraussetzung dafür ist, dass die Erträge um mindestens 70 Prozent kleiner ausfallen als im Vorjahr. Für Unternehmen mit Ertragsverlusten von mindestens 30 Prozent sind ebenfalls Hilfszahlungen vorgesehen. Diese sollen aber deutlich geringer sein.

83 Prozent der Flächen betroffen

Darüber hinaus wurden die Vergabe von Liquiditätskrediten, die Stundung von Pachten und Darlehen sowie steuerliche Erleichterungen angekündigt. Insgesamt habe man angesichts der drastischen Trockenschäden ein „beispielloses Maßnahmenpaket“ geschnürt, hieß es seitens der Regierung in Warschau.

Nach aktuellen Erhebungen des polnischen Instituts für Bodenkunde und Pflanzenbau (IUNG) sind landesweit 83 Prozent der Flächen von der Dürre betroffen. Ertragseinbrüche sollen auf rund 2 Mio. ha landwirtschaftlicher Nutzfläche verzeichnet worden sein.

In Australien hat der Bundesstaat New South Wales (NSW) seine Dürrehilfen für Landwirte um umgerechnet 317 Mio. Euro auf gut 634 Mio. Euro verdoppelt.

Mit Material von AgE
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