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Studie zum Generationswechsel

Qualifizierte Arbeitskräfte sind wichtiger als Hofnachfolge

Landwirte beraten sich vor einem Traktor auf einem Getreidefeld
am Donnerstag, 11.06.2020 - 17:27 (1 Kommentar)

Wie sich der demografische Wandel auf die Agrarsysteme in der EU auswirkt, untersuchte das europäische Forschungsprojekt SURE-Farm. Das Ergebnis zeigt, dass nicht die Unsicherheit über eine Hofnachfolge, sondern die Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte die größte Schwierigkeit beim Generationswechsel in der Landwirtschaft darstellt.

Laut dem SURE-Farm Business Brief bilden qualifizierte Arbeitskräfte den Grundstein für das Fortbestehen der Agrarsysteme: Die Landwirtschaft könnte ihrer gesellschaftlichen Funktion auch dann noch nachkommen, wenn mittelfristig bei vielen Betrieben eine Hofnachfolge ausbleibt und sich die Zahl der Unternehmen daher deutlich reduziert. Die Aufrechterhaltung der Agrarsysteme setze jedoch voraus, dass qualifizierte Arbeitskräfte verfügbar und bezahlbar seien.

Konkurrenz zwischen Sektoren, Regionen und Betrieben

Bereits jetzt seien ein erheblicher Teil der in der Landwirtschaft Beschäftigten Lohnarbeitskräfte, die oft aus dem Ausland kämen und in einem dauerhaften oder zeitlich begrenzten Arbeitsverhältnis stünden. Die Konkurrenz um qualifizierte Arbeitskräfte, die zwischen der Landwirtschaft und anderen Sektoren mit größerer Wirtschaftskraft herrsche, wird sich laut Business-Brief weiter verschärfen. Auch gebe es hinsichtlich der Personalgewinnung einen regionalen Wettbewerb zwischen ländlichen und städtischen Gebieten. Hinzu käme, dass aufgrund des demografischen Wandels unter den jüngeren Jahrgängen ohnehin weniger Arbeitskräfte auf dem Markt verfügbar seien.

Darüber hinaus macht SURE-Farm darauf aufmerksam, dass die Schließungen vieler Betriebe insbesondere in kleinteiligen Agrarstrukturen zu besseren Entwicklungsmöglichkeiten der verbleibenden Unternehmen führen dürfte. Damit könne im Sektor eine höhere Leistungsfähigkeit erreicht werden.

Lebenslanges Lernen wichtiger denn je

Der bevorstehende Wandel in der Agrarstruktur zieht auch neue Anforderungen an die Qualifikation der Arbeitskräfte nach sich, heißt es im Business Brief. Eine fortschreitende Digitalisierung und Technologisierung der Landwirtschaft erfordere lebenslanges Lernen.
Außerdem würden beim Nachwuchs mit einer landwirtschaftlichen Ausbildung nicht die beruflichen Perspektiven, sondern vielmehr die wirtschaftlichen und mentalen Einflüsse für Unsicherheiten sorgen.

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