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Einkommensteuer

Regierung verabschiedet geänderte Tarifglättung

am
01.08.2019

Das Bundeskabinett hat nun die Reform der Tarifglättung für Landwirte verabschiedet. Künftig müssen Landwirte diese beantragen.

Einkommensteuererklärung

Das Bundeskabinett hat gestern die so genannte Gewinnglättung mit den Änderungen verabschiedet, die die Europäische Kommission verlangt hatte. Damit soll die Besteuerung der land- und forstwirtschaftlichen Einkünfte auf Grundlage des durch­schnittlichen Gewinns aus einem Dreijahreszeitraum erfolgen. So gleichen sich gute und schlechte Jahre aus. Die nachteilige Wirkung der Progression werde bei schwankenden Gewinnen abge­mildert, teilt das Bundesagrarministerium mit.

Spätestens Ende 2019 dürfte die Gesetzesänderung rechtskräftig sein, vermuten Insider.  Erst dann können Landwirte beim zuständigen Finanzamt die Tarifglättung beantragen.

Steuerlichen Rat einholen

Der erste dreijährige Glättungszeitraum von 2014 bis 2016 ist inzwischen aber schon längst abgelaufen. Die nächsten sind 2017 bis 2019 sowie 2020 bis 2022. Die bisherigen Steuerbescheide hat die Finanzverwaltung aber offen gehalten. Sie können so nachträglich noch geändert werden.

Ursprünglich sollten die Finanzämter die Tarifglättung automatisch durchführen. In Einzelfällen hätte sie aber auch zu Steuernachzahlungen führen können, weil dann für die drei Jahre ein höherer Steuersatz zur Anwendung gekommen wäre.

Tipp: Um negative Steuereffekte zu vermeiden, sollten Sie sich steuerlich beraten lassen, bevor Sie den Antrag stellen.

Tarifglättung dauert viel zu lange

„So können die Bauernfamilien schlechte Erntejahre mit guten besser steuerlich ausgleichen - gerade auch, wenn keine überschüssige Liquidität vorhanden ist. Die Gewinnglättung ist ein wichtiges Instrument, damit die Landwirte Risiken schlechter Erntejahre - zum Beispiel wegen der Trockenheit - abmildern können,“ erläutert Bundesagrarministerin Julia Klöckner.

Bereits Ende 2016 hatte der Bund die Tarifglättung verabschiedet, um den Bauern in der  damaligen Marktkrise zu helfen. Ziel war möglichst schnell, Liquidität auf die Betriebe zu bringen. Steuerexperten kritisieren indes, dass die Tarifglättung für schnelle Liquiditätshilfen wenig geeignet sind.

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