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Änderungen bei der Rentenversicherung

Renten- und Unfallversicherung: Das ändert sich für Landwirte 2021

Zwei Rentnerinnen gehen spazieren
am Sonntag, 21.03.2021 - 08:00 (Jetzt kommentieren)

Welche Änderungen im Sozialrecht, bei den Krankenkassenbeiträgen und Versicherungen stehen an? Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat für 2021 eine Reihe von Änderungen beschlossen, die seit 1.1.2021 gelten oder noch vor Ablauf der Legislaturperiode im September umgesetzt werden sollen. agrarheute stellt die für Landwirte wichtigsten Änderungen vor. Teil III: Rentenversicherung

Was ändert sich 2021 für Landwirte bei der Grundrente?

Seit 1. Januar 2021 gibt es die Grundrente. Sie wird als Zuschlag zur jeweiligen Rente gewährt. Diejenigen, die jahrzehntelang wenig verdient und mindestens 33 Jahre Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt haben, erhalten die Grundrente. Anerkannte Zeiten der Kindererziehung und Pflege werden dazu gezählt.

Es werden rund 1,3 Millionen Rentnerinnen und Rentner von der Grundrente profitieren. Vor allem betrifft das Frauen, die häufig in weniger gut bezahlten Berufen gearbeitet haben oder der Familie wegen nur in Teilzeit tätig waren. Auch viele Rentnerinnen und Rentner in Ostdeutschland haben besonders lange zu niedrigen Löhnen gearbeitet. Der durchschnittliche Zuschlag wird rund 75 Euro brutto, der höchstmögliche Zuschlag rund 418 Euro betragen.

Wichtig: Für die Grundrente muss kein Antrag gestellt werden. Die Deutsche Rentenversicherung überprüft alle 26 Millionen Bestandsrenten. Das benötigt Zeit. Mitte des Jahres wird mit den ersten Bescheiden gerechnet. Dabei soll mit den ältesten Rentnern begonnen werden. Bis Ende 2022 sollen alle Berechtigten ihren neuen Rentenbescheid haben. Die Grundrente wird dann von den Rentenversicherungsträgern rückwirkend ausgezahlt. Es wird kein Anspruch verfallen.

Was ändert sich 2021 für Landwirte bei der Rentenanpassung?

Zum 1. Juli 2021 wird es in den alten Ländern voraussichtlich keine Rentenerhöhung geben. Aufgrund unterschiedlicher Faktoren müsste es rein rechnerisch zu einer negativen Rentenanpassung kommen. Es greift aber die sogenannte Rentengarantie, die eine Negativanpassung verhindert.

In den neuen Ländern geht die Bundesregierung im aktuellen Rentenversicherungsbericht 2020 von einer geringen Rentensteigerung von circa 0,7 Prozent aus. Diese Zahlen sind zum Zeitpunkt der Berechnungen noch Schätzungen auf Basis der Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. Sie sind trotzdem belastbare Hinweise für die voraussichtliche Höhe der Rentenanpassung 2021. Die genaue Festlegung erfolgt im Frühjahr 2021 nach Vorliegen der Lohnentwicklung 2020.

Ausblick: 2022 werden die Renten wieder deutlich steigen.

Was ändert sich 2021 für Landwirte bei den Altersgrenzen?

Im Zuge der schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters in der gesetzlichen Rentenversicherung („Rente mit 67“) steigen die Altersgrenzen um einen weiteren Monat. Versicherte, die 1956 geboren sind und für die keine Vertrauensschutzregelungen gelten, erreichen die Regelaltersgrenze mit 65 Jahren und zehn Monaten.

Was ändert sich 2021 für Landwirte bei der Erwerbsminderungsrente?

Bei der Berechnung von Erwerbsminderungsrenten werden sogenannte Zurechnungszeiten berücksichtigt. Damit wird denjenigen, die in jüngeren Jahren vermindert erwerbsfähig werden, eine angemessene Rentenleistung ermöglicht, da sie in der Regel noch keine ausreichenden Rentenanwartschaften aufbauen konnten. Sie werden so gestellt, als hätten sie über den Eintritt der Erwerbsminderung hinaus so weitergearbeitet wie zuvor. Die Zurechnungszeit wird jetzt in Anlehnung an die Anhebung der Regelaltersgrenze bis zum Jahr 2031 schrittweise bis auf 67 Jahre verlängert. Bisher lag die Höchstgrenze für die Berücksichtigung der Zurechnungszeit bei 65 Jahre und 8 Monat

Was ändert sich 2021 für Landwirte bei der Unfallversicherung ?

Seit 1. Januar 2021 gelten Änderungen beim Berufskrankheitenrecht, die Verbesserungen für die Versicherten bringen. Dazu gehört unter anderem der Wegfall der Verpflichtung, die schädigende Tätigkeit aufgeben zu müssen bei gleichzeitiger Verstärkung der Präventionsmaßnahmen sowie Beweiserleichterungen für die Versicherten.

Für jüngere oder in Ausbildung stehende Versicherte gibt es Verbesserungen bei der Berechnung des Jahresarbeitsverdienstes als Grundlage für die Geldleistungen. Durch pauschale Regelungen werden bisher bestehende Härten vermieden.

Mit Material von B&B Agrar, Ausgabe Februar 2021 (Erstveröffentlichung), Autor: Jürgen Landgrebe

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