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Artenschutz

Rukwied reagiert auf den Insektenatlas

am Mittwoch, 08.01.2020 - 14:13 (Jetzt kommentieren)

Sollen Landwirte mehr für den Artenschutz tun, muss die Bundesregierung neue Wege einschlagen. Der Flächenfraß ist endlich zu verringern, so der DBV-Präsident Joachim Rukwied.

Im Insektenatlas von BUND und Böll-Stiftung sieht der DBV-Präsident Joachim Rukwied keine neuen Erkenntnisse: „Wir erkennen seit langem an, dass es beim Insektenschutz Handlungsbedarf gibt - gesamtgesellschaftlich und in der Landwirtschaft.“

Es greife zu kurz, beim Insektenschutz nur auf Pflanzenschutz und Agrarpolitik abzustellen. Schlüsselfaktor für den Bestandsrückgang ist auch nach Aussage des Insektenatlas der Verlust von Lebensräumen.

„Maßnahmen müssen daher auch bei Landschaftsstrukturen, bei der Erhaltung von Habitaten und damit auch beim Flächenverlust ansetzen. Entgegen aller politischen Bekundungen ist der Flächenfraß aktuell wieder auf fast 80 ha pro Tag gestiegen. Schaffen wir hier keine Trendumkehr, werden wir bei der Erhaltung der Artenvielfalt wenig Erfolg haben“, so Rukwied.

Naturschutz muss sich für Landwirte lohnen

„Wir haben geeignete Maßnahmen entwickelt und werden diese weiter in die Fläche bringen, wie Blühstreifen, Extensiv-Getreide, Altgrasstreifen, Landschaftselemente, Saumstrukturen oder Honigbrachen. Der Schutz von Insekten und Biodiversität muss für die Betriebe attraktiver Teil der Fruchtfolge werden. Mit Naturschutz müssen Betriebe auch Einkommen erwirtschaften können“, schlägt Rukwied vor.

Der DBV will diese erfolgreichen Maßnahmen über die GAP umsetzen, und zwar über EcoSchemes und Agrarumweltprogramme.

Neue Wege bei Umweltprogrammen gehen

Der DBV setzt auch auf die Bereitschaft von Bund und Ländern, bei der Umsetzung von Agrarumweltprogrammen neue Wege zu gehen und auch in Deutschland zu erproben. Ein Beispiel könne das niederländische Modell sein, wo Landwirte Naturschutz-Kooperativen tragen.

Regional angepasste, landschaftsbezogene und betriebsübergreifende Konzepte zur Förderung der Biodiversität mit Flexibilität und Toleranz in der Umsetzung für die Betriebe müssen das Ziel sein, so der DBV-Präsident.

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