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Wolfsmanagement

Sachsen-Anhalt zahlt 100 Prozent für Wolfsschäden

Wolfsrudel
am Mittwoch, 24.04.2019 - 12:04

Tierhalter in Sachsen-Anhalt erhalten ab sofort 100 Prozent finanziellen Ausgleich für Wolfsschäden. Des weiteren werden Herdenschutzmaßnahmen wie etwa Zäune und Schutzhunde zu 100 Prozent gefördert.

In Sachsen-Anhalt gilt jetzt die neue Richtlinie Herdenschutz und Schadensausgleich. Wie das Landwirtschaftsministerium in Magdeburg mitteilte, unterstütze das Land Tierhalter dabei, ihre Herde vor Übergriffen durch den Wolf oder den Luchs zu schützen. Dazu übernimmt das Land 100 Prozent der Anschaffungskosten für mobile Elektrozäune, Zubehör und zertifizierte Herdenschutzhunde; das heiße, alle Kosten der Anschaffung würden übernommen. Bisher waren es 80 Prozent.

Tierarztkosten für verletzte Hütehunde werden ebenfalls ersetzt

Laut Landwirtschaftsministerin Prof. Claudia Dalbert werden auch weiterhin Tierverluste ausgeglichen. Das Land zahle einen Schadensausgleich nach Rissvorfällen ebenfalls in Höhe von 100 Prozent immer dann, wenn ein Grundschutz vorhanden gewesen und der Wolf nachgewiesen oder zumindest nicht auszuschließen sei. Hier könnten auch ein Schaden an Herdenschutz- und Hütehunden sowie eine tierärztliche Behandlung einschließlich der Kosten für Medikamente geltend gemacht werden.

Rinder- und Pferdehalter können Förderung für Herdenschutz beantragen

Auch außerlandwirtschaftliche Tierhalter können dem Ministerium zufolge ab jetzt die Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch nehmen. Unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel in Gebieten mit wiederholten Wolfsübergriffen, könnten auch Rinder- und Pferdehalter Zuwendungen für präventive Herdenschutzmaßnahmen beantragen.

Prävention ist der beste Schutz

Die Landwirtschaftsministerin erklärte, präventiver Herdenschutz sei die beste Maßnahme, mit der Weidetierhalter ihre Herden vor Übergriffen durch den Wolf schützen könnten. Wolfssichere Zäune würden in der Regel nicht überwunden oder untergraben. Die Ressortchefin ist sicher, dass mit der Übernahme der Kosten für die Anschaffung der Herdenschutzmaßnahmen „ein weiterer Schritt für eine friedliche Koexistenz von Wolf und Weidetieren in unserer Kulturlandschaft gemacht ist“. Klar sei, dass die Weidetierhaltung einen enorm wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leiste.

Mit Material von AgE

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