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Schweinevermarktung

Schweine: EG Südbayern bietet mit Vion 6-Wochengleitpreis

am Mittwoch, 26.09.2018 - 17:58 (Jetzt kommentieren)

Vor kurzem hat Vion Food sein neues Abrechnungssystem Good Farming Balance für Schweine vorgestellt. Die größte Erzeugergemeinschaft Bayerns hat schon unterschrieben.

Auer-Hans-Unterschrift

Die ErzeugerGemeinschaft Südbayern eG hat als erste Vieherzeugergemeinschaft in Deutschland heute das Vion-Vertragsangebot für Good Farming Balance unterschrieben. Die Erzeugergemeinschaft sucht nun Schweinehalter, die in das neue Abrechnungssystem einsteigen wollen.

Vion will mit dem neuen Preissystem für Schweinehalter und für den eigenen Konzern den finanziellen Ertrag steigern, erklärte Frans Stortelder, Chef des Vion-Geschäftsbereichs Schwein, vor süddeutschen Erzeugergemeinschaften in München. Gleichzeitig verzichtet Vion im neuen System auf Hauspreise.

Neben einem wettbewerbsfähigen Preis biete Vion Erzeugerorganisationen und Landwirten auch eine bevorzugte Behandlung bei der Ablieferung. „So können die Partner ihre Schweine innerhalb von 2 Tagen bei Vion anliefern“, versprach Stortelder. Freie Lieferanten müssten mit mehr Tagen Verzögerung rechnen, wenn das Schweineangebot groß ist.   

Zwei Varianten für Süddeutschland

Stortelder-Frans-Vion Food

„Das neue System sieht für süddeutsche Erzeugergemeinschaften zwei Module vor“, so der Vion-Fachmann für Schweine. Während das Modul "Basis" die normale Abrechnungsmaske mit Gewichtsgrenzen von 86 bis 105 kg vorsieht, ist beim Modul „Breit“ der optimale Gewichtskorridor auf 80 bis 110 kg ausgedehnt. Die Preisabzüge für Über- und Untergewichte steigen dann schnell an, und gleichen sich der Standardmaske an.

Zudem sehen die Masken noch spezielle Zu- und Abschläge für fettere und leichtere Schweine vor. Auf diese wollte Stortelder aber nicht näher eingehen. Vion bietet die beiden Module an den Standorten Crailsheim, Vilshofen und Landshut an. Am Schlachthof Landshut ist auch die EG Südbayern beteiligt.

„Landwirte haben mit der breiteren Maske den Vorteil, dass sie ihren Stall im Rein-Raus-System schneller leeren können“, machte Stortelder deutlich. So könne der Mäster den Umtrieb steigern, weil eine schnellere Neueinstallung der Ferkel möglich sei. In den Niederlanden hätten inzwischen die Mehrheit der Landwirte sich für die breitere Maske entschieden. Laut Vion vermarkte man dort 90 Prozent der Schweine mit dem System "Good Farming Balance".

Das Schlachtunternehmen erhalte damit auch mehr leichtere und schwerere Schweine als bisher. „Diese Streuung benötigen wir, um unsere Kunden besser bedienen zu können“, verdeutlichte der Bereichschef.

6-Wochen-Gleitpreis

Die Bezahlung der Schweine richtet sich dabei nach einem 6-Wochengleitpreis. Für den süddeutschen Raum ermittelt sich der Preis aus 70 Prozent VEZG-Preis, 20 Prozent Österreichischer Börsenpreis und 10 Prozent italienische Notierung. Der 6-Wochen-Zeitraum setzt sich aus 4 Wochen vor Lieferung, Lieferwoche und die Woche nach der Lieferung zusammen.

Auch im norddeutschen Raum bietet Vion das neue Abrechnungssystem Good Farming Balance seit kurzem an. Basis dort ist aber alleine der VEZG-Preis. Der 6-Wochenzeitraum bleibt aber der gleiche.

Mit dem neuen Abrechnungsmodus wollen Vion und die EG Südbayern die Preisspekulation der Schweinemäster begrenzen und eine gleichmäßigere Ablieferung der Tiere erreichen.    

Sollte sich aber "nach 1 bis 2 Jahren" herausstellen, dass Vion im Vergleich zu den Wettbwerbern zuviel für die Schweine zahle, räumte Stortelder ein, das Preissystem zusammen mit den Vertragspartnern anzupassen. 

Jahresvertrag nötig

Stortelder-Auer-Händeschütteln

Schweinehalter müssen einen 1-Jahresvertrag abschließen und die Tiere an Vion bzw. die EG Südbayern liefern. Ebenso sind die Landwirte verpflichtet, Managementinformationen an das Schlachtunternehmen zu liefern. Vion stellt sich dabei interne Daten wie Futterverwertung, Umtriebe, Krankheitsstatus etc. vor.

Hans Auer, Vorstand der EG Südbayern, sieht in dem Vertragswerk für Schweinehalter keine Nachteile. Er will in den nächsten Tagen, seine Mitglieder über die neue Vermarktungsmöglichkeit informieren. „Mittelfristig hoffe ich, dass wir rund die Hälfte unserer 1,4 Mio. Schweine über das neue System vermarkten können“, so Auer.  

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