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Schweinevermarktung

Schweine: Vion will neues Abrechnungssystem einführen

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Josef Koch, agrarheute
am
13.09.2018

Vion bietet Schweinehaltern neue Preissysteme zur Abrechnung an. Der Konzern will damit marktgerechtere Preise erzielen und die Wirtschaftlichkeit verbessern.

Mastschwein liegt auf Boden

Vion will drei neue Preissysteme für die Abrechnung von Schweinen einführen. Grundlage soll dabei jeweils der VEZG-Preis sein. Ob Vion damit künftig auf Hauspreise, die der Konzern aktuell wieder ausgerufen hat, gänzlich verzichten wird, ist fraglich. Will Vion aber stärkere Preisschwankungen für die Mäster begrenzen, muss das Unternehmen Mehrwochenpreise bieten. Ob das mit dem neuen Liefermodell geplant ist, ist offen.

Zumindest für Schweinehalter, die sich für ein Preissystem von Good Farming Balance entscheiden, könnten Hauspreise tabu sein. Dazu müssen sich die Mäster aber mindestens ein Jahr lang an Vion vertraglich binden. "Ziel von Good Farming Balance ist, den finanziellen Ertrag für Bauern und für Vion zu verbessern," erläutert Frans Stortelder, Chef des Vion-Geschäftsbereichs Schwein. Laut Stortelder gibt es bei Good Farming Balance drei Module:

  1.  Basis
  2.  Robust
  3.  Deli

Größerer Preiskorridor

Offen ließ der Vion-Manager, worin sich die Systeme unterscheiden. Zumindest beim Modul Robust wendet Vion eine andere Abrechnungsmaske an. Der Gewichtskorridor fällt hier größer aus als bei der Standardmaske. So soll es zwischen 80 und 110 kg keine Preisabzüge geben. Die Standardmaske sieht mit 86 bis 105 kg einen engeren Gewichtsbereich vor.

Allerdings steigen die Preisabzüge im Modell Robust außerhalb des optimalen Gewichtskorridors schnell an. Beim Untergewicht von 75 kg betragen sie rund 37 Cent/kg, bei Übergewicht von 120 kg rund 40 Cent/kg. Das entspricht den Abzügen der Standardmaske.

Damit können Landwirte beim Rein-Raus-System zügiger als bisher ausstallen, weil sie auch leichtere Schweine abschlagsfrei verkaufen können. Für den Landwirt bedeute dies eine bessere Stallauslastung, weil er schneller wieder Ferkel einstellen könne, meint der Vion-Experte. Bei Good Farming Balance verpflichtet sich der Landwirt zudem, kontinuierlich Schweine anzuliefern.

Auch wirtschaftliche Daten an Vion liefern

Neben der Bindung an Vion als einzigen Schweineabnehmer sind Mäster beim neuen Liefermodell auch verpflichtet, Managementinformationen an das Schlachtunternehmen zu liefern. Vion stellt sich dabei interne Daten wie Futterverwertung, Umtriebe, Krankheitstatus etc. vor. Damit bekommt der Abnehmer einen guten Einblick in die wirtschaftliche Lage der Schweinehalter. 

Vion stellt das neue Liefermodell Good Farming Balance in den nächsten Wochen den Erzeugerorganisationen vor. Man darf gespannt sein, wie sie auf das neue Liefermodell reagieren. 

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