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Düngeverordnung

So funktionieren Stickstoffstabilisatoren

am Montag, 25.01.2016 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Die geplante Düngeverordnung und die neue NEC-Richtlinie bringen einige Änderungen beim Düngen mit sich. Was noch erlaubt ist und wie Stickstoffstabilisatoren wirken, erfahren Sie hier.

Die neue Düngeverordnung und die NEC-Richtlinie bringen einige Verschärfungen. So muss künftig Harnstoffdünger und organische Düngemittel über 2 Prozent Trockensubstanz auf unbestellten Äckern innerhalb von 4 Stunden eingearbeitet werden. Ab 1.Januar 2018 soll das bereits nach 1 Stunde passieren. Ausgenommen sind Harnstoffdünger mit Urease-Inhibitor, Kompost sowie Festmist von Huf- und Klauentieren.

Grundsätzlich gibt es zwei Gruppen stabilisierender Stickstoffdünger:

  • Produkte mit Urease-Inhibitor
  • Düngemittel mit Ammoniumstabilisator.

Die Wirkstoffe, die den Düngern jeweils zugesetzt werden greifen in unterschiedliche biochemische Vorgänge ein. Der Vorteil der Urease-Inhibitoren ist der Wegfall der vorgeschriebenen Düngereinarbeitung.

So wirken Urease-Inhibitoren

Urease-Inhibitoren als Zusatz bei Harnstoffdüngern greifen bei der Umsetzung von Amid (Harnstoff) zu Ammonium ein. Wegen der Eigenschaft die Umwandlung von Stickstoff zu Hemmen, gilt diese Art von Dünger als stabilisierter Stickstoffdünger.

Das im Boden vorhandene Enzym Urease ist verantwortlich für die Umwandlung des Harnstoffs und arbeitet besser, je höher die Bodentemperatur ist. Der Urease-Inhibitor blockiert die Aktivität des Enzyms und verlangsamt die Umwandlungsgeschwindigkeit von Harnstoff zu Ammonium, je nach Bodentemperatur, um bis zu zehn Tage. Dadurch können Ammoniakverluste gesenkt und die Stickstoffausnutzung der Pflanzen erhöht werden.

Ammoniumstabilisatoren

Mit Ammoniumstabilisatoren lässt sich ebenfalls die Umwandlung von Stickstoff im Boden verzögern. Im Gegensatz zu den Urease-Inhibitoren wird hier die Nitrifikation, d.h. die Umwandlung zu Nitrat durch Mikroorganismen gehemmt. Auch dieser Vorgang hängt von der Bodentemperatur ab und dauert normalerweise 10 bis 14 Tage. Durch die Zugabe von Nitrifikationshemmstoff verlängert sich die Ammoniumphase im Boden um bis zu acht Wochen.

Diese verzögerte Nitratanlieferung hat mehrere Vorteile:

  • bedarfsgerechte Versorgung der Pflanzen, da auch das Pflanzenwachstum temperaturabhängig ist
  • das Risiko einer Nitratverlagerung im Boden wird reduziert
  • Vermeidung von stickstoffhaltigen Emissionen wie Lachgas
  • höhere N-Einzelgaben sind möglich, wodurch Feldüberfahrten und Arbeitszeit eingespart wird

Die angebotenen ammoniumstabilisierenden Dünger unterscheiden sich hinsichtlich des verwendeten Düngemitteltys und des eingesetzten Nitrifikationshemmstoffs.

Zusätzlich zu mineralischen Fest- und Flüssigdüngern lassen sich auch organische Dünger wie Gülle und Biogasgärreste mit Nitrifikationshemmern behandeln.

 

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