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Corona-Soforthilfen +++ Aktualisiert 26. März 2020, 16 Uhr +++

So helfen die Bundesländer der Landwirtschaft in der Corona-Krise

Landwirt im Kuhstall
am Donnerstag, 26.03.2020 - 16:00 (Jetzt kommentieren)

Viele Bundesländer bieten in der Corona-Krise Hilfen für die Landwirtschaft an. Wir haben die Angebote für Sie zusammengestellt.

Als erstes Bundesland hatte Bayern bereits Mitte März einen Härtefallfonds Corona aufgelegt, der die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie lindern soll. Inzwischen haben viele Bundesländer nachgezogen. Teilweise sind die Hilfen nicht spezifisch für die Landwirtschaft, sondern an alle Unternehmen und Selbstständige gerichtet.

Die meisten Länder helfen vor allem in Form von Liquiditätshilfen. Sie ergänzen das Sofort-Hilfeprogramm des Bundes für Kleinunternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler.

Agrarheute hat bei den Landwirtschaftsministerien der Bundesländer – mit Ausnahme der Stadtstaaten – nachgefragt, welche Unterstützungsmaßnahmen angeboten werden.

Baden-Württemberg

  • Ein branchenübergreifendes Sofortprogramm wurde von der baden-württembergischen Landesregierung eingeführt. Dieses soll die Wirtschaft schnell und unbürokratisch durch die Krise bringen und kann auch von geschädigten Landwirten in Anspruch genommen werden.
  • Der maximale Zuschuss je Unternehmen beträgt 30.000 €.
  • Für das Sofortprogramm stehen insgesamt 4 Mrd. € zur Verfügung.
  • Aktuelle Informationen zum Corona-Geschehen in Baden-Württemberg finden Sie hier.

Bayern

  • Bayern hat seinen ursprünglich nur für Gewerbe und Freiberufler gedachten Härtefallfonds inzwischen teilweise für Landwirtschaftsbetriebe geöffnet.
  • Landwirtschaftsbetriebe können nun für nichtlandwirtschaftliche Unternehmenszweige wie Urlaub auf dem Bauernhof oder Angebote zur Gemeinschaftsverpflegung Anträge aus dem Corona-Härtefallfonds stellen.
  • Die Hilfe reicht von 5.000 Euro bei fünf Beschäftigten bis zu 7.500 Euro bei zehn Beschäftigten.
  • Die Antragstellung ist mit einem Formblatt bei der zuständigen Bezirksregierung zu stellen.
  • Weitere Informationen über Unterstützungsmaßnahmen finden Sie auf dieser Internetseite des bayerischen Wirtschaftsministeriums.

Brandenburg

  • Das Land Brandenburg hat ein Soforthilfeprogramm für kleine und mittlere Unternehmen aufgelegt. Auch Landwirte können daran teilnehmen, wenn sie Liquiditätsengpässe haben.
  • Durch das Soforthilfeprogramm ist eine Förderung zwischen 9.000 € und 60.000 € möglich. Hierbei handelt es sich nicht um ein Darlehen, sondern um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen.
  • Zur Stabilisierung der Liquidität, können Betriebe zusätzlich beim zuständigen Finanzamt Steuerstundungen beantragen.
  • Weitere Informationen des Landes zu den aktuellen Unterstützungsangeboten finden Sie hier.

Hessen

  • Vor allem zur Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen wird die Landesregierung Maßnahmen einleiten. Das Ziel ist eine wirksame Finanzhilfe. Dazu wird dem Landtag ein Nachtragshaushalt zugeleitet.
  • Aktuell werden die genauen Kriterien erarbeitet und stehen bisher noch nicht fest.

Mecklenburg-Vorpommern

  • Die Landwirtschaft ist im aktuellen 100-Millionen-Euro-Sofortprogramm zur Unterstützung der Wirtschaft inbegriffen. Aus diesem Grund stehen Betriebsleitern Liquiditätshilfen zu.
  • Detaillierte Informationen zu dem Beschluss des Kabinetts sind hier ersichtlich.

Niedersachsen

  • Im Rahmen des landeseigenen Hilfsprogramms können Unternehmen Liquiditätskredite und -zuschüsse bei der niedersächsischen Förderbank (NBank) online beantragen. Eine Hausbank ist nicht notwendig.
  • Diese Zuschüsse sind gestaffelt nach der Anzahl der Beschäftigten. Der maximale Förderbetrag für ein Unternehmen liegt bei 20.000 €. Insgesamt stehen hierfür 100 Mio. € zur Verfügung.
  • Liquiditätshilfe gibt es auch über Bürgschaften der Niedersächsischen Bürgschaftsbank.
  • Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums sollen von den Maßnahmen auch landwirtschaftliche Betriebe profitieren.

Nordrhein-Westfalen

  • Das NRW-Rettungsschirmgesetz weitet den Bürgschaftsrahmen zur Wirtschaftsförderung um 4,1 Milliarden Euro auf 5 Milliarden Euro aus. Der Rahmen für Gewährleistungen und Rückbürgschaften wird um 900 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro erhöht.
  • Soforthilfen können in Ergänzung zu Bundesprogrammen gewährt werden. Kleinunternehmen mit 10 bis 50 Beschäftigten erhalten Zuschüsse in Höhe von 25.000 Euro.
  • In den nächsten Tagen soll geklärt werden, in welchem Maß über den NRW-Rettungsschirm hinaus für die Landwirtschaft ergänzende Maßnahmen notwendig sind. Informationen darüber finden Sie auf dieser Internetseite des Landes.
  • Die Bürgschaftsbank NRW bietet das Programm "Agrarbürgschaft" an.

Rheinland-Pfalz

  • Neben dem bundesweiten Zuschussprogramm für Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen stehen in Rheinland-Pfalz günstige Sofortdarlehen zur Verfügung. Sie dienen der Aufrechterhaltung der Liquidität und können bei der Hausbank beantragt werden.
  • Zudem unterstützt das Land die Unternehmen mit 80-prozentigen Bürgschaften. Diese werden von der Bürgschaftsbank vergeben.
  • Bei Ihrem zuständigen Finanzamt können zusätzlich aus Liquiditätsgründen Steuerstundungen beantragt werden.
  • Detaillierte Informationen zu den beschriebenen Hilfen finden Sie hier.

Saarland

  • Das Hilfsprogramm für mittlere und kleine Unternehmen ist auch für Landwirte offen.
  • In ihrer Existenz bedrohte Unternehmen können je nach Umsatz 3.000 bis 10.000 Euro Soforthilfe bekommen. Dafür stellt das Land bis zu 30 Mio. Euro sofort zur Verfügung.
  • Um die Liquidität in Unternehmen zu halten, können die Finanzämter Steuern stunden. Dabei sollen keine strengen Anforderungen gestellt werden.
  • Ein von der Saarländischen Investitionskreditbank SIKB verbürgtes Kreditprogramm wird um 10 Mio. Euro auf 25. Mio. Euro aufgestockt.
  • Alle Formulare sind hier verfügbar.

Sachsen

  • Der Freistaat Sachsen hat das Sonderprogramm „Sachsen hilft sofort“ ins Leben gerufen. Es gilt für Unternehmen, die durch die Corona-Krise unverschuldet einen Umsatzrückgang von 20% verzeichnen. Daher können auch Landwirte am Programm teilnehmen.
  • Bei dem Sonderprogramm handelt es sich um die Vergabe von rückzahlungspflichtigen und zinslosen Darlehen, die die Liquidität der sächsischen Unternehmen sicherstellen sollen.
  • Ein Beratungsangebot zu den genauen Maßnahmen wurde von der Sächsischen Aufbaubank unter der Telefonnummer 0351/49101100 eingeführt.
  • Weitere Informationen hält das Land hier aktuell bereit.

Sachsen-Anhalt

  • Im Rahmen der Bürgschaftsregelung "Land und Forst" gibt es Unterstützung bei der Finanzierung von Investitionsdarlehen, Umschuldungen und Anschlussfinanzierungen sowie Betriebsmitteldarlehen.
  • Die Bürgschaftsregelung kann in Kombination mit den Angeboten der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Anspruch genommen werden.
  • Über weitere Hilfsprogramme tauschen sich der Bund und das Land Sachsen-Anhalt derzeit aus.

Schleswig-Holstein

  • In Ergänzung zu den angekündigten Hilfsprogrammen des Bundes hat das Land Schleswig-Holstein ein 500 Millionen Euro Nothilfepaket auf den Weg gebracht.
  • Es gilt branchenübergreifend für kleine Unternehmen, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche Lage geraten sind.
  • Für das Programm existieren noch keine Antragsformulare. Erst in Kalenderwoche 14 ist damit zu rechnen.
  • Eine Steuerstundung kann bereits jetzt formlos beim örtlichen Finanzamt beantragt werden.
  • Informationen für Unternehmen und Bürger stellt die Landesregierung hier zur Verfügung.

Thüringen

  • Ein Zuschussprogramm, das dem bayerischen Härtefallfonds ähnelt, ist derzeit nicht in Planung.
  • Es besteht die Möglichkeit zur Übernahme von Agrarbürgschaften für Investitions- und Betriebsmittelkredite durch die Bürgschaftsbank Thüringen.
  • Steuerliche Hilfsmaßnahmen wurden angekündigt. Diese beziehen sich primär auf die Stundung fälliger Steuern, die Anpassung von Vorauszahlungen und das Aussetzen von Vollstreckungsmaßnahmen.

 

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