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Ökolandbau

Steigendes Interesse am Umstellen auf Ökolandbau

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Josef Koch, agrarheute
am
13.02.2019

Immer mehr Landwirte können sich vorstellen, auf Ökolandbau umzustellen. Noch gibt es aber ein Drittel Ökoimporte. Dabei reicht einheimische Ware aus, meint der Deutsche Bauernverband.

Hackstriegel in Soja

Immer mehr deutsche Landwirte liebäugeln damit, ihren Betriebe auf Ökolandbau umzustellen.  Laut einer Umfrage im aktuellen Konjunkturbarometer des Deutschen Bauernverbandes (DBV) können sich derzeit 17 Prozent der Bauern vorstellen auf Öko umzustellen. Im Vorjahr lag die Bereitschaft bei 16 Prozent, davor lange Jahre bei 11 Prozent. In Süddeutschland ist der Anteil häher als im Norden und Osten Deutschlands.

Derzeit beläuft sich der Öko-Flächenanteil auf rund 9 Prozent. Etwa jeder zehnte Betrieb (11 Prozent) wirtschaftet ökologisch. Durch die starke Umstellungstätigkeit in den letzten fünf Jahren würde das deutsche Öko-Rohstoffaufkommen bereits jetzt ausreichen, um den inländischen Öko-Konsum an Milch, Getreideprodukten und Fleisch zu decken. Derzeit wird beispielsweise noch rund 30 Prozent des deutschen Öko-Milchverbrauchs mit Importware bedient.

Importware jetzt durch einheimische ersetzen

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Der neue Öko-Beauftragte des DBV und Brandenburger Bauernpräsident Henrik Wendorff fordert daher Handel und Hersteller auf, alle heimisch erzeugbaren Import-Rohstoffe durch regional in Deutschland erzeugte Öko-Ware zu ersetzen. Derzeit sind die Bedingungen für die Vermarktung der Umstellungsware aber nicht mehr so gut wie in den Vorjahren, wie agrarheute vor einiger Zeit berichtete. 

„Viele Bio-Produkte tragen bereits Deutschlandkennungen auf der Verpackung, bei anderen Produkten sollten die Kunden besser aufgeklärt werden, wie sie die Herkunft erkennen können“, so Wendorff.

So sind Öko-Eier aus Deutschland neben der 0 für Bio mit einem D gestempelt und auf jeder Molkereiverpackung informiert das ovale Molkerei-Identitätskennzeichen, ob in Deutschland und in welchem Bundesland von welcher Molkerei verarbeitet und abgefüllt wurde. Der Verarbeitungsort Deutschland stimmt in der Regel mit der deutschen Herkunft der Rohware überein.

Sinkende Ökomilchpreise zehren Prämien schnell auf

Die deutsche Öko-Milcherzeugung ist nach Daten der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft in den letzten fünf Jahren um fast 50 Prozent gewachsen. „Die über Agrar-Umweltprogramme gezahlte Öko-Prämie ist zwar sehr wichtig, kann aber stabile Erzeugerpreise nicht ersetzen", erklärt der DBV-Ökobeauftragte Wendorff.

Sinke der Öko-Milchpreis beim Bauern von jetzt etwa 48 Cent pro Kilogramm um nur 4 bis 5 Cent sei die durchschnittlich in Deutschland pro Hektar gewährte Öko-Prämie von 210 Euro aufgezehrt. Nur die besondere Honorierung durch die Nachfrager könne Öko-Landwirtschaft daher auch ökonomisch nachhaltig absichern.

Gleichzeitig mahnt Wendorff aber, auch die Öko-Prämie als Ausgleichszahlung für die besonderen Umweltleistungen des Ökolandbaus abzusichern. Das seit Jahren bestehende Nachhaltigkeitsziel der Bundesregierung von 20 Prozent Ökolandbau bedürfe in den kommenden 5 bis 10 Jahren mindestens einer Verdoppelung des Budgets für den Ökolandbau in den Agrarhaushalten von Bund und Ländern.

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