Login
Düngverordnung

Stoffstrombilanz verschoben: Das kommt jetzt auf Landwirte zu

Gülle fahren mit Deutz-Traktor
Anschließend wurde Gülle gefahren. © Nordeifel Agrarvideos
von , am
27.09.2017

Die Stoffstrombilanz wurde von der Tagesordnung im Bundesrat gestrichen. AGRAVIS-Experte Ralf Reinersmann erklärt, welche Folgen das für die Landwirte in der Praxis hat.

Am 22. September wurde die Stoffstrombilanz, die ab Januar 2018 als Teil der novellierten
Düngeverordnung für die meisten landwirtschaftlichen Betriebe verpflichtend werden
soll, von der Tagesordnung des Bundesrates genommen.

Damit ist nach wie vor nicht geklärt, wie sie genau durch die Landwirte umgesetzt
werden muss. Ralf Reinersmann, Düngemittel-Experte der AGRAVIS Raiffeisen AG,
erklärt, was nun voraussichtlich passieren wird und worauf Landwirte achten sollten.

Wann wird die Stoffstrombilanz verabschiedet werden?

Der Bundesrat tagt im November zweimal, weshalb wir stark davon
ausgehen, dass die Stoffstrombilanz dann auch verabschiedet wird. Die
Bundestagswahl am vergangenen Wochenende hatte darauf keinen Einfluss. Die
Düngeverordnung wird durch die EU getrieben und erste Ergebnisse werden schon
2019 erwartet.

Ab wann wird die Stoffstrombilanz dann umgesetzt werden?

Aller Wahrscheinlichkeit nach bleibt es dabei, dass es ab Januar
2018 losgeht.

Was bedeutet das für Landwirte?

Da von November bis Januar nur eine extrem kurze Übergangszeit ist, sollten Landwirte sich schon jetzt mit ihrer Stoffstrombilanz und den damit verbundenen Schritten auseinandersetzen. Dazu müssen sie ihre Werte in ein Programm eingeben, um bereits jetzt zu wissen, welche N- und P-Überhänge vorhanden sind, und entsprechende Hebel ansetzen, um in die richtige Richtung zu korrigieren.

Warum ist es für Landwirte so wichtig, sich bereits jetzt damit zu beschäftigen?

Damit ersparen sie sich viel Stress und müssen sich nicht Ende November unter Zeitdruck in den Prozess der Stromstoffbilanz einarbeiten. Landwirte können jetzt schon alle Daten eintragen und dann umgehend mit der Berechnung loslegen.

Mit Material von Agravis

Gülleausbringung: Diese Techniken sind noch erlaubt

Prallverteiler strahlt nach unten
Prallverteiler, bei denen der Güllestrahl nach unten beziehungsweise zur Seite abgestrahlt wird, sind auch weiterhin erlaubt. Diese sogenannte Breitverteilertechnik lässt sich auch relativ günstig nachrüsten. Befestigt wird sie direkt am Schieber des Fasses. © Zunhammer
Schwanenhalsverteiler
Auch sogenannte 'Schwanenhalsverteiler' gehören zu den Breitverteilern und sind weiterhin erlaubt. Die Gülle trifft hier gegen ein gebogenes Blech und spritzt nach unten und zur Seite. Auch hiermit ist eine ordentliche Verteilgenauigkeit erreichbar. © Werkbild
Schwenk- bzw. Pendelverteiler
Beim Schwenk- beziehungsweise Pendelverteiler wird der Flüssigmist durch das Hin - und Herschwenken des Flüssigmiststrahls verteilt. Dabei entsteht ein großtropfiges Streubild mit sehr guter Breitverteilung. Durch Duo-Lösungen, wie auf dem Bild sind Arbeitsbreiten bis zu 21 Meter realisierbar. © Möscha
Schleppschlauchverteiler
Vorteile von Schleppschläuchen sind die hohe Verteilgenauigkeit und die bodennahe Ablage. Auch sind mittlerweile sehr große Arbeitsbreiten möglich. Diese Exaktverteilertechnik ist zwar teuer, aber eine der Zukunftssichersten, da sie Verluste minimiert. Eine Nachrüstung für alte Güllefässer ist oft nicht möglich. © Zunhammer
Güllegrubber
Beim Güllegrubber befinden sich am Ende des Tankwagens Grubberzinken mit hinter diesen angeordneten Schläuche, über die die Gülle in die vom Grubberschar gezogene Erdrinne fließt. Die zurückfallende, aufgelockerte Erde deckt den ausgebrachten Flüssigmist sogleich ab. Auch diese Technik gehört zu den sogenannten Exaktverteilern. © werktuigendagen/wikipedia
Schlitzschuhverteiler
Auch beim Schleppschuh- oder Schlitzschuhverteiler wird die Gülle aus den Schläuchen mit zusätzlichen Metallkufen direkt in die Grasnarbe geritzt. Der Bestand schließt sich anschließend wieder, wodurch der Luftaustausch und die Einstrahlung verringert werden. Dadurch sinken die Geruchs- und Ammoniakemissionen deutlich ab. Der Einsatzschwerpunkt liegt hier auf dem Grünland. © Zunhammer
Düsenbalkenverteiler
Auch Düsenbalkenverteiler sind weiterhin erlaubt. Mit zwei oder mehr Düsen können auch größere Arbeitsbreiten erreicht werden. Im Vergleich zu Breit- oder Schwenkverteilern sind sie jedoch deutlich teurer. © Pichon
Auch interessant