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Strukturwandel in Ostdeutschland wird sich beschleunigen

Rapsbluete in Mecklenburg-Vorpommern
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
14.05.2018

Der Generationswechsel wird den Strukturwandel in Ostdeutschland beschleunigen. Das sieht der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes der gemeinnützigen Landgesellschaften (BLG), Volker Bruns, voraus.

Viele Betriebe, die nach der Wende von Neu- und Wiedereinrichtern gegründet worden seien, würden derzeit von bestehenden Betrieben übernommen, stellt Bruns in einem Interview mit dem Pressedienst Agra-Europe fest. In der Folge werde sich die Zahl der Einzelunternehmen in den neuen Ländern in den nächsten Jahren deutlich vermindern, und zwar vor allem in der Tierhaltung.

Eine ähnliche Entwicklung sieht Bruns bei den juristischen Personen. Auch hier laufe der Übergang in den meisten Fällen durch Verkauf, zumeist an im Land ansässige landwirtschaftliche Großunternehmen. Bei einem kleineren Teil der Erwerber handele es sich um außerlandwirtschaftliche Investoren.

Der Bodenmarkt muss stärker reguliert werden

Der Geschäftsführer der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern bekräftigt den Regelungsbedarf im landwirtschaftlichen Bodenrecht.

Zum einen gehe es darum, übermäßige Konzentrationsprozesse auf regionalen Bodenmärkten zu verhindern. Zum anderen müsse der Flächenerwerb über Anteilserwerb geregelt werden.

Impulse für die Weiterentwicklung des Bodenrechts verspricht sich Bruns von der im Koalitionsvertrag angekündigten Unterstützung der Länder durch den Bund.

Bereitschaft zur Existenzgründung nicht überschätzen

Zurückhaltend beurteilt der BLG-Vorstandschef die Aussichten einer Existenzgründungsoffensive in der Landwirtschaft. Zwar gebe es Möglichkeiten, um die Bedingungen für Neueinsteiger und Junglandwirte zu verbessern.

„Ich warne aber davor, die damit verbundenen Möglichkeiten zu überschätzen“, so Bruns.

Nach seinen Erfahrungen sinkt etwa die Zahl von Agrarabsolventen mit Interesse an einer Unternehmensübernahme umso mehr, je konkreter ein solches Vorhaben wird. Den meisten sei nicht bewusst, wie kapitalintensiv Landwirtschaft heute sei.

Mit Material von Agra-Europe
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