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Klimawandel und Landwirtschaft

Studie: Klimawandel erschwert Wetterprognosen – auch für Landwirte

Klima und Landwirtschaft
am Mittwoch, 03.04.2019 - 12:00

Der Klimawandel macht Wettervorhersagen immer schwieriger.

Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine Studie der Universität Stockholm. Insbesondere für die Landwirtschaft ist es jedoch enorm wichtig, sich bei bestimmten Entscheidungen auf belastbare Wetterprognosen zu stützen.

Dies dürfte durch die wachsende Unsicherheit der Vorhersagen jedoch immer schwieriger werden. Damit nimmt  das Risiko von Fehlentscheidungen im Hinblick auf die optimalen Aussaat- und Erntetermine zu. Gleichzeitig wächst der Bedarf der Landwirtschaft an einer entsprechenden Risikoabsicherung.

Regenvorhersagen immer schwieriger

Prognosen zur Erderwärmung weisen auf eine Vielzahl von Auswirkungen auf das Klimasystem hin. Dazu zählen Änderungen in der Aktivität von Stürmen und häufigere sowie intensivere extreme Wetterereignisse. Es ist bisher jedoch wenig bekannt, ob und wie sich die globale Erwärmung auf die genaue Vorhersagbarkeit von Wettereignissen auswirken kann.

Die schwedische Studie konzentriert sich auf Wettervorhersagen in der nördlichen Hemisphäre für einen Prognosezeitraum von drei bis zehn Tagen. Dabei kommen die Forscher zu der Erkenntnis, dass die größte Unsicherheit der Prognosen in Bezug auf Niederschläge sowie Starkregen-Ereignisse im Sommer besteht.

Diese Regenprognosen sind jedoch von großer Bedeutung für die Fähigkeit, Hochwasser und Überflutungen vorherzusagen und sich darauf vorzubereiten. Die in der Zeitschrift „Geophysical Research Letters“ veröffentlichte Studie von Sebastian Scher und Gabriele Messori kommt zu dem Ergebnis, dass unsere Fähigkeit, genaue Wettervorhersagen zu treffen, von den aktuellen Veränderungen des globalen Klimas erheblich beeinflusst wird.

Große wirtschaftliche Auswirkungen

Unwetter über Rapsfeld

Als einen Hauptfaktor für die wachsende Prognose-Unsicherheit sehen die Autoren die Abnahme der Temperaturdifferenz zwischen dem Nordpol und dem Äquator. In der untersuchten Spanne der mittelfristigen Wettervorhersage von drei bis zehn Tagen besteht die größte Unsicherheit darin, das Volumen des Sommerregens vorherzusagen.

Bestimmte andere Parameter, wie etwa Temperatur und Luftdruck, können nach Ansicht der Autoren sogar genauer prognostiziert werden. "Zuverlässige Wettervorhersagen sind für die gesamte Gesellschaft von großer Bedeutung", sagt Sebastian Scher. "Es ist sehr wichtig, dass meteorologische Institute die Möglichkeit erhalten, ihre Werkzeuge und Methoden bei sich ändernden Bedingungen zu entwickeln."

Aufgrund der großen sozioökonomischen Bedeutung genauer Wettervorhersagen gehen die Autoren davon aus, dass die Politik zur Anpassung an den Klimawandel auch die Schwierigkeiten bei Wettervorhersagen berücksichtigen muss. Dies ist sowohl für die Katastrophenverhütung als auch für die regenabhängigen Wirtschaftsbereiche wie Landwirtschaft und den Energiesektor wichtig. Diese Sektoren sind auf genaue Niederschlagsprognosen besonders angewiesen.