Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Bodenmarkt

Thüringer Bauernverband fordet Verständnis für Verkauf an ALDI

am Freitag, 15.11.2019 - 09:28 (Jetzt kommentieren)

Weil der frühere Thüringer Bauernpräsident seinen Betrieb an eine Aldi-Stiftung verkauft hat, erklärt der Verband die Hintergründe.

Kliemufop.gif

Für ein differenziertes Auseinandersetzen mit dem Einstieg außerlandwirtschaftlicher Investoren in die Landwirtschaft spricht sich der Thüringer Bauernverband (TBV) aus. Der Verband kritisierte gegenüber Nachrichtendienst Agra-Europe eine öffentliche Debatte, „die sich weitgehend in Vorwürfen erschöpft und keine Problemlösungen aufzeigt.“ Anlass für die Debatte ist der Verkauf der Geithainer Landwirtschafts GmbH, einem Tochterunternehmens der vom früheren TBV-Präsidenten Dr. Klaus Kliem geführten Unternehmensgruppe ADIB, an ein Unternehmen der ALDI-Stiftung.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium zeigte sich erneut besorgt über die Aktivitäten außerlandwirtschaftlichen Investoren und Finanzinvestoren auf dem Bodenmarkt.

Landwirtschaft stehe wie andere Wirtschaftszweige auch vor dem Problem der Unternehmensnachfolge, erklärte der TBV. Ein Einstieg sei für junge Menschen häufig nicht ausreichend attraktiv. Das Engagement von Investoren könne den Fortbestand erfolgreicher landwirtschaftlicher Unternehmen ermöglichen.

TBV: Verkauf von Unternehmen ist tägliche Praxis

Der Verband befürwortet eigenen Angaben zufolge eine breite Streuung und Vielfalt des Eigentums an Flächen und an landwirtschaftlichen Unternehmen sowie eine Vielfalt an landwirtschaftlichen Unternehmen und steht einem Agrarstrukturgesetz „durchaus aufgeschlossen“ gegenüber.

Nicht vergessen werden dürfe jedoch, dass der Kauf und Verkauf von Unternehmensanteilen oder ganze Unternehmen in einer Marktwirtschaft „tägliche Praxis“ sei. Die stagnierenden Preise für landwirtschaftliche Produkte hätten zu einem erheblichen Kapitalbedarf in der Landwirtschaft geführt und die Entwicklung der Unternehmen zum Stillstand gebracht. „In der Marktwirtschaft ist es üblich, dass sich in solchen Fällen Investoren in Unternehmen engagieren und diese weiterentwickeln“, so der Thüringer Bauernverband (TBV).

Kliem-Verkauf irritiert Bundesagrarministerium

Das Bundeslandwirtschaftsministerium bekräftigte seine Forderung nach einer Reform des landwirtschaftlichen Bodenrechts in den Ländern. Der Anstieg der Kauf- und Pachtpreise habe dazu geführt, dass insbesondere Junglandwirte und Existenzgründer kaum noch Zugang zu bezahlbaren Agrarflächen hätten. Das gefährde die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft in Deutschland, so ein Ministeriumssprecher.

„Umso bemerkenswerter und auch irritierender“ sei vor diesem Hintergrund die Nachricht, dass ausgerechnet ein ehemaliger hochrangiger Funktionsträger des Bauernverbandes seinen Betrieb an einen landwirtschaftsfernen Akteur verkaufe. „Ackerflächen sollen bei unseren Bauern bleiben - nicht zu Spekulationsobjekten werden“, betonte der Sprecher.

Mit Material von AgE

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...