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DLG-Trendmonitor Europe

Das treibt die Ackerbauern in 4 großen EU-Ländern derzeit um

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
03.05.2016

Marktfruchterzeuger in Deutschland, Frankreich und Großbritannien sind aktuell weniger zuversichtlich für die Geschäftsentwicklung als noch vor Jahresfrist. Die zeigt der aktuelle DLG-Trendmonitor Europe.

Der Trendmonitor Europe wird von der DLG gemeinsam mit dem Agrarmarktforschungsinstitut, der Kleffmann-Group (Lüdinghausen/Westfalen), durchgeführt. Aktuell wurden 750 deutsche, 750 französische, 500 polnische und 350 britische Landwirte befragt. Die durchschnittliche Betriebsstruktur der befragten deutschen Landwirte war dabei:

  • 232 ha LN (davon 51 % Pachtfläche)
  • 139 Milchkühe
  • 1.054 Mastschweine

Bei den Ackerbauern setzt sich der Trend der sich abkühlenden Geschäftsaussichten auch in der Frühjahrsbefragung fort. Lediglich die Ackerbauern in Polen haben unveränderte Erwartungen an die Geschäftsentwicklung der nächsten zwölf Monate. So sind die Getreidepreise im EU-Vergleich in Polen weniger stark zurückgegangen und stabilisieren die Erwartungen der dortigen Landwirte an die Geschäftsentwicklung.

Insgeamt wird die Aussicht durch das global hohe Angebot bei verhaltenem Nachfragezuwachs getrübt.

Investitionsbereitschaft im Ackerbau uneinheitlich

Die Investitionsbereitschaft der Marktfruchterzeuger ist in der aktuellen Preismisere in den vier Ländern unterschiedlich.

  • In Deutschland wollten im Herbst 2015 noch 45 Prozent der befragten Marktfruchterzeuger investieren, in der aktuellen Befragung sind es nur noch 37 Prozent. Vor allem Ersatzinvestitionen stehen hier im Vordergrund. Mit deutlichen Abstand folgen Kosten, die duch die Umsetzung höherer gesetzlicher Standards anfallen.
  • Rückläufig ist auch die Investitionsbereitschaft in Frankreich auf jetzt 14 Prozent (Herbst 2015: 18 Prozent).
  • Anders dagegen die Investitionsbereitschaft der Landwirte in Großbritannien: Hier legt sie um vier auf 31 Prozent zu. Im langjährigen Vergleich ist sie jedoch deutlich zurückgegangen.
  • Gleiches gilt für Marktfruchterzeuger in Polen: Zwar ist mit 39 Prozent die Investitionsbereitschaft im Vergleich zur Herbstbefragung 2015 stabil, aber auf unterdurchschnittlichem Niveau.

Für die befragten Marktfruchterzeuger hat nach den wirtschaftlich komfortablen letzten Jahren laut DLG die Sicherung der Zahlungsfähigkeit oberste Priorität. In den Fokus rücken zudem die Produktionskosten, um die wirtschaftliche Stabilität der Betriebe in der Niedrigpreisphase zu sichern. Die Landwirte müssen Direktkosten und die Kosten der Arbeitserledigung auf den Prüfstand stellen, um die Wirtschaftlichkeit zu sichern.

Das sind die größten Herausforderungen

In der Umfrage wurde auch nach den größten Herausforderungen aus der Sicht der Landwirte gefragt. Die Auswahl wurde von den deutschen Ackerbauern wie folgt gewertet:

  • abnehmende Auswahl bei Wirkstoffen (27 Prozent)
  • zunehmende Resistenzen (25 %)
  • Verschärfung der DüV (20 %)
  • Anpassung an den Klimawandel (18 %)
  • Bodenverdichtung (7 %)

Was erwarten die deutschen Ackerbauern

In diesem Umfeld erwarten die Landwirte in Deutschland verstärkt eine Pflanzenzüchtung mit Blickrichtung auf Gesundheitsmerkmale, und sie wollen Betriebsmittel effizienter einsetzen. Auch wollen sie zukünftig verstärkt Zwischenfrüchte und Leguminosen im Rahmen des Fruchtfolgemanagements einsetzen.

Hier finden Sie einen Zusammenfassung des DLG Trendmonitor Europe

    Sensor- und satellitengestützte Verfahren im Ackerbau

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