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Unwetter

Überflutung: Dänische und britische Bauern können nicht säen

am Freitag, 21.02.2020 - 10:25 (Jetzt kommentieren)

Die Überschwemmungen in Nordeuropa werden zum Problem. Die Bauern können keine Gülle ausbringen und kein Sommergetreide säen. Das Wintergetreide säuft förmlich ab.

Überschwemmung

In Großbritannien stehen zurzeit landwirtschaftliche Nutzflächen in erheblichem Umfang unter Wasser. Der britische Bauernverband (NFU) in Stoneleigh berichtete von einer „beispiellosen Situation“. In den vergangenen beiden Wochen seien die Felder als Folge von gleich zwei Stürmen mit starkem Regen und nach dem ohnehin schon sehr nassen Winter überschwemmt worden.

Deshalb hätten Tausende Farmer nun auch große Probleme bei der Aussaat der Sommerungen, nachdem schon die Herbstaussaat deutlich beeinträchtigt worden sei. Die Böden und Gebäude vieler Betriebe hätten ernsthaften Schaden genommen, so der Verband.

Lockerung für Fruchtfolgeauflagen gefordert

Wegen dieser schwierigen Situation forderte der NFU zusammen mit anderen landwirtschaftlichen Interessenvertretungen die Londoner Regierung auf, die betroffenen Bauern mit Geld aus dem nationalen Hilfsfonds für Überschwemmungsgebiete zu unterstützen.

Außerdem solle ausnahmsweise auf die Einhaltung der „Drei-Kulturen-Regel“ verzichtet werden dürfen. Diese sieht vor, dass in der Zeit vom 1. Mai bis zum 30. Juni mindestens drei Kulturen auf den Feldern eines Betriebes angebaut werden müssen.

Dänen haben große Probleme mit Gülleausbringung

Probleme mit zuviel Regen haben auch dänischen Bauern. Nach Angaben des dänischen Dachverbandes der Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) haben massive Niederschläge in den vergangenen Wochen in etlichen Landesteilen für Überschwemmungen und völlig vernässte Böden gesorgt. In Anbetracht der noch vorhergesagten Niederschläge sei schon jetzt sei absehbar, dass dieser Februar einer der regenreichsten in Dänemark seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werde.

Laut dem Dachverband drohen jetzt erhebliche Schäden an zahlreichen überfluteten Feldbeständen von Raps und Wintergetreide. Hinzu komme eine prekäre Situation in Bezug auf die Mist- und Güllelager. Die Lagerstätten seien erwartungsgemäß zum Ende des Winters randvoll. Da man jedoch die nassen Böden nicht befahrbaren könne, sei vorläufig aber nicht an einer Gülle- und Mistausbringung zu denken, so dass sich die Situation hier weiter zuspitzen werde.

Eigenes Wassertreffen geplant

Der Dachverband und der Dänische Fließgewässerverein (Danske Vandløb) haben deshalb für den 29. Februar Landes- und Kommunalpolitiker zu einem „Wassertreffen“ eingeladen.

Dabei soll dem L&F-Vorsitzenden Martin Merrild zufolge besprochen werden, wie gemeinsam in Zukunft besser mit hohen Niederschlagsaufkommen umgegangen werden kann. Merrild sieht die Kommunen in der Pflicht, mehr für das Freihalten von Fließgewässern und eine funktionierende Melioration zu tun.

Mit Material von AgE
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