Login
Klimawandel und Ackerbau

UFOP: Zukunft des Ackerbaus ist gefährdet

Traktor Feld
am Donnerstag, 26.09.2019 - 17:04 (1 Kommentar)

Klimawandel, Düngeverordnung und Restriktionen beim Pflanzenschutz gefährden die Zukunft des Ackerbaus in Deutschland.

Die Folgen des Klimawandels sowie die steigenden Anforderungen der Düngeverordnung, des Insektenschutzes und des Pflanzenschutzes stellen die Zukunft des Ackerbaus infrage. Dies stellte der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), Wolfgang Vogel, anlässlich des UFOP-Perspektivforums in Berlin fest.

Zugleich betonte er die Bereitschaft des Verbandes, die Herausforderungen und den Anpassungsdruck anzunehmen, den jeder Betrieb im Rahmen der zukünftigen Ackerbaustrategie für sich stemmen müsse.

Gerade jetzt seien Raps und Körnerleguminosen als „Multitalente“ unverzichtbare Elemente erweiternder Fruchtfolgesysteme zur Verbesserung der Biodiversität, des Humusgehaltes, der Produktivität der Böden und schließlich für den Klimaschutz.

Berufsstand stärker einbeziehen

Traktor

Der Klimawandel sei an den Erträgen der letzten zwei Jahre bereits deutlich ablesbar sagte der UFOP-Vorsitzende. Gleichzeitig müsse sich der Ackerbau dem globalen Wettbewerb stellen. Vogel richtete an die Politik deshalb die Forderung, diese Herausforderungen mit dem Berufsstand zu diskutieren und gemeinsam Strategien zu entwickeln.

Unter Hinweis auf die angekündigte Ackerbaustrategie stellte Vogel fest, dass eine solche Strategie von Bund und Bundesländern begleitet werden müsse. Die Landwirte arbeiteten bei unterschiedlichsten Standortbedingungen in komplexen biologischen Systemen. Innovationsfortschritte seien deshalb ein langer Prozess.

Die Forschungsbegleitung und die Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis müssten deshalb von einer intensiv geförderten Züchtungs- und Landbauforschung sowie Betriebsberatung begleitet werden. Es gehe darum, den erzielten Züchtungsfortschritt möglich schnell auf den Acker zu bringen bzw. in die Fruchtfolgesysteme zu integrieren.

Hohe Strafzahlungen bei Nichtumsetzung

Dr. Peter Oswald, Referatsleiter im Bundeslandwirtschaftsministerium, umriss die Eckpunkte der anstehenden Verschärfung des Düngerechts sowie der Ackerbaustrategie, die alle Maßnahmen und ordnungsrechtlichen Anforderungen zur Erfüllung der Umwelt- und Klimaschutzziele integrieren solle.

Oswald verwies auf den enormen Handlungsdruck, der durch die von der EU-Kommission angedrohten Strafzahlungen in Höhe von 850 Tsd. Euro täglich ensteht. Zu diesen Strafzahlungen werde es aber nicht kommen, so seine Einschätzung.

Geprüft werde die mit dem Umstellungsprozess zu erwartende wirtschaftlich schwierige Situation für den Ackerbau. Die Gesellschaft müsse diese erhöhten Anforderungen gegebenenfalls kompensieren. Die sei möglicherweise ein Ergebnis der angekündigten Begleitforschung.

Mit Material von Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP)
Das agrarheute Magazin
Aktuelles Heft Oktober 2019
Schnupper-Angebot Alle Aboangebote

In der aktuellen Oktober-Ausgabe von agrarheute finden Sie eine ausführliche Einschätzung zu den Inhalten und Folgen der Ackerbaustrategie.

Kommentar

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...