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Wetterextreme und Landwirtschaft

UK: Schwere Überflutungen von Ackerland und Farmen

Überflutung Landmaschinen
am Mittwoch, 13.11.2019 - 13:52 (Jetzt kommentieren)

Schwere Regenfälle und Überflutungen machen den Landwirten im Vereinigten Königreich zu schaffen.

Einige landwirtschaftliche Betriebe, insbesondere in den East Midlands und im Nordosten Englands, berichten von den schlimmsten Niederschlägen seit Menschengedenken.

Im Oktober waren die Niederschlagsmengen mehr als doppelt so hoch wie im vorigen Jahr. Hunderte Hektar Ackerland im Nordosten - in der Region Lincolnshire - und in der Mitte des Vereinigten Königreichs wurden überflutet.

Auch viele Tiere sind durch die Fluten in Gefahr und müssen gerettet werden. In vielen Regionen bestehen weiterhin Hochwasserwarnungen.

Große Flächen überflutet

Überflutung

Ein von den Überschwemmungen betroffener Landwirt sagte gegenüber BBC News, dass die Umweltbehörde mehr tun sollte, um das Problem der über die Ufer tretenden Flüsse zu lösen. Henry Ward, der Farmen in der Nähe des Flusses Barlings Eau hat, sagte dem Sender: „Ich hätte gerne einen Plan für die nächste Zeit, was weiter passieren wird. „Die Lücke am Flussufer ist immer noch offen und überschwemmt unser Land. "Wir möchten nur wissen, wann sie das Loch schließen werden."

Während dessen sind Notrettungsteams im ganzen Vereinigten Königreich in Bereitschaft, um von Hochwasser eingeschlossenes Vieh zu retten. Landesweit wurden fast 150 Hochwasseralarme und -warnungen ausgegeben.

Um Landwirten und Tierhaltern in diesen Gebieten zu helfen, stellte die Tierschutzorganisation RSPCA ein Team von rund 60 Fachleuten zu Verfügung, die für die Arbeit in schnellem und kontaminiertem Wasser ausgebildet sind, um sowohl Menschen als auch Tiere zu retten.

Regierung sagt finanzielle Hilfen zu

Überflutung

Der britische Bauernverband NFU hat die Regierung nachdrücklich aufgefordert, einen vernünftigen Ansatz zu verfolgen, um den betroffenen Landwirten zu helfen. Insbesondere die Landwirtschaftsbehörde Defra und die Agentur für Zahlungen für den ländlichen Raum wurden vom Bauernverband aufgefordert, flexibel zu sein und die Cashflow-Probleme der Landwirte schnell und unbürokratisch zu lösen.

In der Zwischenzeit gab die RSPCA bekannt, dass ihre spezialisierten Hochwasserteams in Bereitschaft bleiben, um weiter bei der Rettung von in Not befindlichem Vieh zu helfen.

Premierminister Boris Johnson hat als Reaktion auf die Überschwemmungen am Dienstag eine Sitzung des Notfallkomitees geleitet. Nach dem Treffen kündigte die Regierung an, "Mittel bereitzustellen, um die Wiederaufbauanstrengungen von Kommunen zu unterstützen, bei denen Haushalte und Unternehmen betroffen sind".

Die Gemeinderäte erhalten einen Zuschuss für den Wiederaufbau, der 500 GBP pro berechtigten Haushalt entspricht, und Unternehmen erhalten einen Zuschuss von bis zu  2.500 GPB.

Doppelt so viel Regen wie normal

Der nationale meteorologische Dienst des Vereinigten Königreichs (Met Office) meldet für Großbritannien im Oktober 109 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags. In einem Interview mit Channel 4 sagte die NFU-Präsidentin Minette Batters, es gebe einen "völligen Mangel an Vorbereitung" der Regierung auf Überschwemmungen.

Allein in Lincolnshire bleiben mehr als 1.000 Acres Ackerland überflutet und zahlreiche Unternehmen können nicht mehr arbeiten, da sie effektiv abgeschnitten sind. Viele Farmern sind nicht in der Lage, die Ernte von Mais und Kartoffeln zu beenden, und sie rechnen mit einer großen Verzögerung bei der Aussaat von Wintergetreide.

NFU-Chefin Batters sagte weiter: „Ich habe mit Landwirten gesprochen, die darum gebeten haben, dass Wasser abzupumpen. Die landwirtschaftlichen Betriebe hatten keinerlei Kontakt mit der Umweltbehörde oder irgendjemandem, sie hatten keine Hilfe."

Batters kritisierte auch, dass im britischen Wassermanagement langfristig keine Investitionen getätigt worden seien. Die NFU hatte seine Hochwasserstrategie bereits im Jahr 2012 veröffentlicht. Frau Batters sagte, dass es in dem Rahmen der Wasserbewirtschaftung, auf die sich die Landwirte verlassen können, derzeit einen „völligen Mangel an Wartung“ gebe.

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