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Agrarstatistik

Umfassende Landwirtschaftszählung steht an

Luftbild Deutschland
am Montag, 06.01.2020 - 09:35 (1 Kommentar)

In diesem Frühjahr wird in Deutschland erstmals seit dem Jahr 2010 wieder eine sogenannte Landwirtschaftszählung durch die Statistikämter durchgeführt.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, dient die umfassende Erhebung dazu, verlässliche und aktuelle Strukturdaten zur deutschen Landwirtschaft zu gewinnen. Die Zählung ist Teil eines von der FAO initiierten weltweiten Agrarzensuses. Mit Ausnahme von Härtefällen erfolgt die Befragung durch einen Online-Fragebogen.

Die Ergebnisse erlauben dem Bundesamt zufolge eine fundierte Analyse der Richtung und der Geschwindigkeit des Strukturwandels. Zudem soll die Erhebung Daten liefern über die Entwicklung des ökologischen Landbaus,  den Einsatz emissionsmindernder Technik bei der Gülledüngung und über die Haltungsverfahren in der Nutztierhaltung.

Auskunftspflichtig sind Betriebe über 5 Hektar LF

Im Rahmen der Landwirtschaftszählung sind laut Destatis landwirtschaftliche Betriebe auskunftspflichtig, die mindestens eine der in § 91 des Agrarstatistikgesetzes aufgeführten Erfassungsgrenzen erreichen oder übersteigen. Beispielsweise werden alle landwirtschaftlichen Betriebe befragt, die über mindestens 5 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF) verfügen.

Die übrigen Erfassungsgrenzen beziehen sich auf bestimmte Mindesttierbestände beziehungsweise Mindestflächen für Sonderkulturen. Diese seien so gewählt, dass zwar alle Facetten des Agrarsektors abgedeckt seien, Kleinerzeuger aber von der Auskunftspflicht befreit würden.

Stichprobe von Betrieben muss besonders detailliert Auskunft geben

Die Landwirtschaftszählung besteht aus einem Grundprogramm an Fragen, die jeder auskunftspflichtige landwirtschaftliche Betrieb beantworten muss. Dieser Fragenkomplex umfasst die Angaben zur Rechtsform, zur Bodennutzung einschließlich Zwischenfruchtanbau, zu den Tierbeständen, zum ökologischen Landbau, zur Bewässerung, zum Betriebsleiter, zu den Eigentums- und Pachtverhältnissen, zur Hofnachfolge, sowie zu Fördermaßnahmen zur ländlichen Entwicklung.

Von den auskunftspflichtigen landwirtschaftlichen Betrieben wird eine Stichprobe mit rund 80 000 Höfen gezogen. Die Stichprobenbetriebe beantworten über das Grundprogramm hinaus weitere Fragen zu den Arbeitskräften, zu den Einkommenskombinationen, zu den Tierhaltungsverfahren, zur Wirtschaftsdüngerausbringung und -lagerung sowie zur Gewinnermittlung und Umsatzbesteuerung.

InVeKoS- und HIT-Daten werden genutzt

Zur Entlastung der auskunftspflichtigen Betriebe werden laut Destatis umfänglich Verwaltungsdaten genutzt. Dazu können im Fragebogen Antragsnummern beispielsweise aus dem Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystem (InVeKoS) eingetragen werden.

Die genutzten Verwaltungsdaten umfassen InVeKoS, das Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HIT), die Daten aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie in einzelnen Bundesländern Daten aus der Datenbank nach der Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger sowie aus der Datenbank nach dem Landpachtverkehrsgesetz.

Auch die Informationen zu den Unternehmensverflechtungen in der Landwirtschaft würden aus statistischen Datenbanken gewonnen, wodurch auf eine Befragung des Sachverhalts bei den landwirtschaftlichen Betrieben verzichtet werden könne, so die Statistiker.

Einzelbetriebliche Angaben werden anonymisiert ausgewertet

Gemäß dem Bundesstatistikgesetz dürfen die gesammelten Daten nur für statistische Zwecke genutzt werden. Eine Weitergabe der Daten an die Finanzverwaltung oder an Stellen, die Fördermittel bewilligen oder kontrollieren, sei ausgeschlossen, unterstreicht das Statistikamt.

Die Adressangaben der landwirtschaftlichen Betriebe würden unmittelbar nach dem Versand der Meldung von den sonstigen Angaben abgetrennt und im Betriebsregister der Statistischen Ämter der Länder geführt. Die Aufbereitung der Erhebungsdaten erfolge in einem gesonderten Verfahren, wodurch die Trennung der Adressangaben und der eigentlichen Erhebungsdaten jederzeit gegeben sei. Die Betriebsadressdaten dürften weder veröffentlicht noch an Stellen außerhalb der amtlichen Statistik weitergegeben werden. Der Prozess sei so konzipiert, dass Datenschutz und Datensicherheit jederzeit gewährleistet und die Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO) eingehalten würden.

Die Veröffentlichung erster vorläufiger Ergebnisse ist für Januar 2021 geplant. Weitere Einzelheiten finden Interessierte auf www.landwirtschaftszaehlung2020.de.

Mit Material von AgE

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