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Ökologische Landwirtschaft

Umstellen auf Öko? Das sollten Sie bedenken

Dr. Ulrich Klischat, LWK Niedersachsen
am
13.06.2016

Viele konventionell wirtschaftende Landwirte beschäftigen sich zurzeit mit der Frage, ob sie auf Öko-Landbau umstellen sollten. Doch nicht für jeden Betrieb macht es Sinn.

Stabile Erzeugerpreise bei ökologisch produzierten Lebensmitteln machen eine Umstellung auf Ökolandwirtschaft attraktiv. Während der Umsatz von Öko-Lebensmitteln im Handel im zweistelligen Prozentbereich wächst, nimmt die Produktion auf den Höfen nur sehr verhalten zu. Doch ein Wechsel auf eine ökologische Wirtschaftsweise will genau überlegt sein. Diese Veränderungen kommen auf Umsteller in den einzelnen Segmenten zu.

Ökologische Schweinehaltung: Ökoschweine nach 6 Monaten vermarkten

Nach Abschluss eines Kontrollvertrages mit einer anerkannten Zertifizierungsstelle und der Einhaltung der Richtlinien können nach 6 Monaten erzeugte Schweine als Ökoschweine vermarktet werden.

Die Tierzahl je ha LN und bezogen auf die Stallfläche ist begrenzt. Tageslicht, natürliche Belüftung und ständiger Auslauf für Sauen, Ferkel und Mastschweine sind Grundvoraussetzung, ebenso wie eine trockene, eingestreute Liegefläche. Erlaubt ist ein Spaltenbodenanteil von max. 50 %.

Das Kupieren der Schwänze ist grundsätzlich verboten. Abgesetzte und niedertragende Sauen müssen in Gruppen gehalten werden. Säugende Sauen dürfen in Ausnahmefällen maximal 8 Tage ohne Auslauf gehalten werden. Die Säugezeit darf 40 Tage nicht unterschreiten.

Schweinefutter: GVO-frei

Futtermittel müssen laut EG-Öko-Verordnung frei von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) und deren Derivaten sein. Bis Ende 2017 darf der Anteil bestimmter konventioneller Futtermittel, bezogen auf die Trockenmasse in der Futterration 5 % betragen.

Ökobauern dürfen Ferkel zur Mast nur aus anerkannten Ökobetrieben zukaufen. Der Zukauf  von Jungsauen bzw. Zuchtläufern aus konventioneller Aufzucht ist bei 20 % des Bestandes gedeckelt.

Nur in Ausnahmefällen ist eine Remontierung aus konventionellen Beständen bis zu 40% gestattet. Konventionelle Zuchteber zuzukaufen ist grundsätzlich erlaubt.

Besondere Regeln auch bei der Krankheitsvorsorge

Diese Grundregeln gelten in der gesamten Öko-Tierhaltung: Phytotherapeutische und homöopathische Mittel sind chemisch-synthetischen allopathischen Tierarzneimitteln oder Antibiotika vorzuziehen. Verboten ist der präventive Einsatz von chemisch-synthetisch allopathischen Tierarzneimitteln. Kurativ dürfen sie aber auf Anordnung des Tierarztes eingesetzt werden.

Die Wartezeit nach Verabreichung allopathischer Tierarzneimittel muss doppelt so lang sein wie die gesetzlich vorgeschriebene Zeit. Erhält ein Tier mehr als eine Behandlung, wenn der Lebenszyklus des Tieres  unter einem Jahr liegt, darf dieses Tier nur noch konventionell vermarktet werden.

Was Sie als Umsteller in der ökologischen Rinderhaltung und zum ökologischen Ackerbau beachten müssen, lesen Sie in die LAND & Forst Ausgabe 23/2016 im "Thema der Woche" ab Seite 12. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Achtung: Diese Pflanzen sind für Weidetiere giftig

Wildpflanze
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