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Wetterextreme

USA: Gewaltige Flutkatastrophe sorgt für Chaos an den Märkten

Unwetter USA
am Donnerstag, 21.03.2019 - 14:00

Schmelzender Schnee und sintflutartiger Regen haben zu verheerenden Überschwemmungen im Mittleren Westen der USA geführt.

Wärmere Temperaturen, schmelzender Schnee und sintflutartiger Regen haben für verheerende Überschwemmungen in den Farmstaaten im Mittleren Westen der USA gesorgt. Das blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Märkte und die Preise. Ganz besonders hat getroffen hat es Nebraska.

Aber auch in den Bundesstaaten Iowa, Missouri und Wisconsin ist das Chaos durch die Fluten und überschwemmte Felder groß. Meteorologen warnen davor, dass es in den nächsten Tagen zu weiteren Überflutungen kommen kann.

Ursache ist eine seltene Kombination extremer Wetterereignisse von sehr tief gefrorenem Boden, Schnee und reichlich Regen. US-Meteorologen haben die Wetterereignisse als einen "Bombenzyklon" bezeichnet.

Nebraska am schlimmsten betroffen

US-Behörden gehen davon aus, dass der Zyklon allein in dem am schlimmsten betroffenen Bundesstaat Nebraska mehr als 1 Milliarde US-Dollar Schaden angerichtet hat. Flutwasser aus dem Spätwintersturm der vorigen Woche und das wärmere Frühlingswetter haben in dieser Woche die noch vorhandenen Schneemassen sehr schnell schmelzen lassen.

Überschwemmt wurden im Mittleren Westen vor allem die Farmstaaten Missouri, Nebraska und Iowa entlang des Missouri, dem längsten Fluss Nordamerikas. In allen drei Staaten oder zumindest in Teilen der drei Staaten wurde der Ausnahmezustand erklärt.

Weitere Fluten werden erwartet

In der Nähe der weiter steigenden Fluten des Missouri Rivers wurden alle Autobahnen gesperrt. Seit dem Wochenende sind in Nebraska und Iowa vier Menschen ums Leben gekommen. Offizielle Stellen erwarten, dass die Schäden weiter zunehmen werden. Allein in Nebraska wurden mehr als 2.400 Häuser zerstört oder beschädigt, 200 Straßen sind unbrauchbar und 11 Brücken wurden zerstört, sagte der Gouverneur Pete Ricketts auf einer Pressekonferenz.

Auch in Missouri verhängte man am Mittwoch den Notstand. Staatliche Wetterdienste sagten zudem weitere schwere Überschwemmungen für die Staaten Kansas, Missouri und Arkansas voraus. Der nationale Wetterdienst erwartet, dass das warme Wetter in den nördlichen Zentralstaaten der USA bis Donnerstag oder Freitag andauern wird. Das wird zu einer Beschleunigung der Schneeschmelze und weiteren Überflutungen führen.

Milliardenschaden in der Landwirtschaft

Landwirte sind von den Überflutungen besonders betroffen. Bislang konnten sie Sommerweizen, Mais und Sojabohnen wegen des gefrorenen Bodens und der noch vorhandenen Schneedecke nicht aussäen. Nun sind alle Flächen auf längere Zeit überschwemmt und die Aussaat fällt womöglich ganz aus.

Im Nordwesten von Missouri, wo das Wasser noch immer steigt, berichteten Landwirte, wie ein Damm brach und das Wasser die Silos und Getreidelager überflutete. Die Behörden erklärten, sie hätten allein in Nebraska fast 300 Menschen vor den Fluten gerettet. Die Überschwemmungen hätten außerdem Vieh getötet und zahlreiche Getreidelager zerstört. Zudem ist der Zugang zu vielen Farmen aufgrund von Straßen- und Schienenschäden versperrt.

Nebraskas Gouverneur Ricketts schätzte, dass die Überschwemmungen mindestens 439 Millionen US-Dollar an Schäden an der öffentlichen Infrastruktur verursacht haben. Die Überschwemmungsschäden für den Agrarsektor des Staates schätzte Ricketts auf fast 1 Milliarde US-Dollar, wobei er die Tierverluste auf rund 400 Millionen US-Dollar und die Ernteausfälle auf 440 Millionen US-Dollar veranschlagte.

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