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Erlöse und Kosten der Landwirte 2022

Verkaufserlöse der Bauern: So viel Geld wurde 2022 verdient

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am Montag, 19.12.2022 - 17:37 (Jetzt kommentieren)

So viel vorweg: 2022 war ein Jahr der Superlative. Trotz aller Probleme. Die Verkaufserlöse sind im Vorjahresvergleich um 28,5 % gestiegen, auf einen neuen Rekordwert. Die Kosten sind zwar ebenfalls nach oben geschossen – um 10 %. Doch der Erlösüberschuss ist gewaltig. Das sagen jedenfalls die Zahlen des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) über die Entwicklung der Verkaufserlöse und Vorleistungen (Kosten).

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Etwas überraschend ist vielleicht: In der Tierproduktion sind die Erlöse im Jahr 2022 noch stärker gestiegen als in der Pflanzenproduktion – trotz der schweren Krise in der Schweineproduktion.

In der Pflanzenproduktion (einschließlich Obst und Gemüse) beträgt der Erlöszuwachs 25,4 % gegenüber dem Vorjahr. Der reine Ackerbau steht aber noch besser da. In der Tierproduktion blieben beim Verkauf der Produkte 30,8 % mehr im Portemonnaie, auch wenn die Kosten ebenfalls stark gestiegen sind und einen neuen Rekordwert erreicht haben.

Doch am Ende gingen die Verkaufserlöse noch weitaus stärker nach oben und konnten den Kostenanstieg gut kompensieren. Die vorläufigen Daten des Landwirtschaftsministeriums zeigen jedenfalls für das Kalenderjahr 2022 einen Anstieg der landwirtschaftlichen Verkaufserlöse um 28,5 Prozent auf 60,87 Mrd. Euro. Das ist ein neuer Rekordwert.

Gleichzeitig stiegen die Kosten um 9,8 Prozent auf 43,4 Mrd. Euro. Das ist ebenfalls der höchste Wert überhaupt. Dennoch bleibt eine Differenz zwischen Kosten und Erlösen von rund 17,4 Mrd. Euro. Das ist mehr als doppelt so viel wie im vorigen Jahr, und auch deutlich mehr als im bisherigen Rekordjahr 2017 mit 10,3 Mrd. Euro.

Getreidebauern mit neuen Rekorderlösen

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Besonders kräftig sind die Verkaufserlöse 2022 im Ackerbau gestiegen – speziell bei den Getreidebauern und beim Verkauf von Ölsaaten. So lagen die Erlöse beim Verkauf von Getreide 2022 rund 45 Prozent höher als im Jahr zuvor: bei rund 9,6 Mrd. Euro. Das ist zugleich die höchste jemals zuvor mit Getreide verdiente Summe und auch 3,8 Mrd. Euro mehr als im bisherigen Rekord-Jahr 2012.

Sehr kräftig legten auch die Verkaufserlöse bei Ölsaaten bzw. Rapssaat zu – nämlich um 51 Prozent auf knapp 2,6 Mrd. Euro. Mit dieser Kultur verdienten die Bauern 2022 mehr Geld als in den bisherigen Rekordjahren 2012 bis 2014, obwohl Anbaufläche und Erntemenge damals weitaus größer waren als 2022.

Wie für die Getreidebauern war 2022 auch für die Kartoffelbauern ein sehr gutes Jahr. Die Verkaufserlöse legten um 52 % zu und wuchsen auf 2,6 Mrd. Euro. So viel haben die Kartoffelbauern noch nie zuvor verdient.

Ein Minus von rund 2 Prozent ermittelte das BMEL hingegen beim Verkauf von Gemüse – bei einer Erlössumme vom 4,0 Mrd. Euro. Noch stärker gingen die Erlöse im Obstanbau zurück – um 5,5 Prozent auf 0,95 Mrd. Euro. Für den Verkauf von Zuckerüben lagen noch keine aktuellen Angaben für 2022 vor, doch auch hier dürften die Rübenbauern mehr Geld verdient haben als im Jahr zuvor.

Rekorderlöse bei Milch – Besserung bei Schwein

Sehr erfreulich ist die Erlösentwicklung in der Tierproduktion. Im Schnitt haben die Erlöse um knapp 30,8 Prozent auf knapp 35,5 Mrd. Euro zugenommen. Das sind gut 58 % der landwirtschaftlichen Gesamterlöse.

Auch im zweitgrößten Produktionszweig, der zuletzt arg gebeutelten Schweineproduktion, ist der Zuwachs deutlich. Hier nahmen die Verkaufserlöse trotz der Marktverwerfungen und Exportprobleme, um rund 19 Prozent auf 8,0 Mrd. Euro zu.

Besonders erfreulich war die Entwicklung jedoch bei den Milchbauern, dem ökonomisch bedeutendsten Zweig der deutschen Tierproduktion. Die Verkaufserlöse wuchsen mit den Rekordmilchpreisen um 43 Prozent– und lagen bei 16 Mrd. Euro.

Damit erwirtschaften die Milchbauern rund 26 Prozent der Gesamterlöse der Landwirtschaft – die Schweinbauern kommen auf knapp 13 Prozent und die Getreidebauern steuern etwa 16 Prozent bei.

Auch bei den Eierproduzenten steigen die Verkaufserlöse um 45 % und die Geflügeläster melden ein Plus von gut 30 %. Erfreulich war auch die die Entwicklung in der Rindfleischproduktion: Die Erlöse der Bullenmäster stiegen trotz einer weiter schrumpfenden Produktionsmenge, um mehr als 18 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro.

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