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Volksbank kauft Agrargenossenschaft auf

Kulturschlandschaft in der Altmark, Sachsen-Anhalt
am Freitag, 21.02.2020 - 13:15 (Jetzt kommentieren)

Die Volks- und Raiffeisenbank Altmark-Wendland hat eine 1.000-Hektar-Agrargenossenschaft aufgekauft.

Seit zwei Jahren hatte die Volks- und Raiffeisenbank Plus Altmark-Wendland eG (VR Plus) das Projekt nach eigenen Angaben bereits verfolgt, jetzt setzte das Kreditinstitut den Plan in die Tat um und kaufte die Agrargenossenschaft Sanne-Kerkuhn in der Altmark.

Das Unternehmen mit mehr 1.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche war von den Anteilseignern zum Verkauf angeboten worden. Die Bank erhielt den Zuschlag und wandelte die Genossenschaft um in die Agrar GmbH Sanne-Kerkuhn. Name und Rechtsform wurden zum 20. Februar geändert. Geschäftsführer ist der ehemalige Genossenschaftsvorstand Maik Tegelbeckers. Nach Angaben der Bank soll der Betrieb fortgeführt werden inklusive Biogasanlage und Pflanzenproduktion.

"Flächen nicht den Großinvestoren überlassen"

Zur Begründung dieses ungewöhnlichen Schrittes erklärte die VR Plus, sie wolle die Flächen des Betriebes nicht Großinvestoren überlassen.

Vorgesehen ist, auf dem Betrieb eine Forschungseinrichtung aufzubauen. Sie soll sich mit Smart Farming und der Wissensvermittlung beschäftigen. Neben einem Netzwerk zur Förderung des Austausches sollen die Dienstleistungen der VR Plus für den Agrarbereich weiterentwickelt werden.

Bauernbund spricht von Warnsignal für die Agrarpolitik

Der Bauernbund Brandenburg wertete die Übernahme der Agrargenossenschaft durch die Volksbank als „Warnsignal für die Agrarpolitik“.

„Wenn nach Industriellen, Immobilienhaien und Aldi-Stiftung jetzt auch noch das Finanzkapital ganz offen in die Landwirtschaft einsteigt, sollte der letzte Politiker begreifen, dass die EU-Fördermittel nicht mehr einfach so pro Hektar ausgereicht werden dürfen“, sagte Bauernbund-Vorstand Thomas Kiesel.

Der Ackerbauer aus Barsikow im Ruppiner Land forderte eine Kappung der Agrarsubventionen und eine Koppelung daran, dass sich die Betriebe im Eigentum von ortsansässigen Landwirten befinden.

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