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Steuerrecht

Windbruch 2018: Schadholz ist deutlich günstiger zu versteuern

umgestürtzte Nadelbäume
am Mittwoch, 29.05.2019 - 05:00

Für die Sturmschäden 2018 können Forstwirte nun günstigere Steuersätze nutzen.

Die obersten Finanzbehörden der Länder haben sich für die besonderen Forstschäden des Jahres 2018 auf bundeseinheitliche Steuervergünstigungen verständigt.

Die nun speziell getroffenen Vergünstigungen teilen sich in zwei Kategorien auf:

  • Landwirte müssen die eingeschlagenen Baumstämme in ihrer Bilanz für das betroffene Wirtschaftsjahr nicht aktivieren, sofern sie ihren Gewinn nach Betriebsvermögensvergleich ermitteln. Dadurch verringert sich ihr Gewinn im entsprechenden Jahr.
  • Für das gesamte Schadholz gilt einheitlich der Steuersatz von einem Viertel des durchschnittlichen Steuersatzes, wenn der Schaden das Doppelte des üblichen Nutzungssatzes des Forstbetriebs übersteigt. Forstbetriebe bis 50 Hektar müssen keinen Nutzungssatz feststellen lassen. Hier greift aus Vereinfachungsgründen ein Nutzungssatz von fünf Erntefestmeter je Hektar und Jahr.

Wichtig: „Voraussetzung für die besonderen Vergünstigungen ist, dass Sie den Schaden bis zum 31. März 2019 an die zuständige Finanzbehörde gemeldet haben“, sagt Steuerberaterin Cirsten Schulz von Ecovis in Potsdam. Profitieren Forstwirte von weiteren Vergünstigungen, dann sind diese nicht mit diesen Sondervergünstigungen kombinierbar.

Für welche Erlöse der niedrigere Steuersatz greift

Ein Beispiel verdeutlicht die steuerliche Sonderregelung. Ein Forstwirt hat in seinem Betrieb mit 15 Hektar Wald einen Sturmschaden mit einem Gesamtumfang von 520 Festmetern. Er hat außerdem noch 50 Festmeter ordentliche Holznutzung. Die gesamte Holzmenge von 570 Festmeter verkauft er im gleichen Wirtschaftsjahr. Die Einkünfte aus der Verwertung der Holznutzungen betragen insgesamt 18.000 Euro.

Die ordentliche Holznutzung von 50 Festmetern muss der Forstwirt regulär versteuern. Das entspricht Einkünften von 1.579 Euro. Die außerordentliche Holznutzung von 520 Festmetern mit 16.421 Euro Einkünften unterliegt infolge höherer Gewalt der Tarifvergünstigung. Ursprünglich können Forstwirte Gewinne aus dem Verkauf von Kalamitätsholz, verursacht durch besonders schwere Schadereignisse wie Sturm oder Schädlinge, dem halben Steuersatz unterwerfen.

Nach der neuen Billigkeitsmaßnahme berechnet ihm das Finanzamt für diesen Betrag aber nur ein Viertel des Steuersatzes. So übersteigt der Schaden das doppelte des (fiktiven) Nutzungssatzes von 75 Festmeter. Dieser errechne sich aus 15 Hektar x 5 Festmeter/Hektar, so die Ecovis-Steuerberaterin.

Hätte der Steuerpflichtige in unserem Beispiel ein gültiges Betriebswerk beziehungsweise ein amtlich anerkanntes Betriebsgutachten, so wäre der Nutzungssatz daraus zu entnehmen.

Sturmtief Friederike wütete

2018 war die Land- und Forstwirtschaft von besonderen Schadensereignissen gebeutelt: Das Sturmtief Friederike hatte in einigen Landesteilen erhebliche Verwüstungen angerichtet, die Dürreperiode im Sommer verursachte bei Land- und Forstwirten erhebliche Schäden.

Vor allem der Borkenkäfer profitierte von den durch die Dürre geschwächten Bäumen. Nur das Fällen des beschädigten Holzes konnte die noch nicht beschädigten Bäume schützen.