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Zuckerrüben

Zuckerrüben: Pfeifer & Langen legt verbessertes Angebot vor

am Donnerstag, 02.05.2019 - 11:30

Die neuen Vertragsangebote von Pfeifer & Langen für die neuen Lieferverträge bis 2022 liegen bevor. Hier die wichtigsten Fakten.

AF_Saat-Zuckerrüben-Rübenpille

Nach dem für die Zuckerrübenanbauer schlimmen Erntejahr 2018 sind im Rheinland die Weichen für den kommenden Zuckerrübenanbau 2020 bis 2022 mit neuen verbesserten Vertragsmodellen gestellt. Die Modelle von Pfeifer & Langen fallen besser aus als die in der ersten Vertragsperiode 2017 bis 2019. Die neuen Vertragsangebote müssen die Anbauer bis 2. Juni 2019 unterzeichnen. 

Lieferanten der Südzucker müssen sich indes noch ein paar Tage gedulden. Erst in der kommenden Woche will die Südzucker Konkretes vorlegen.

So verbessern sich die Rübenpreise in Abhängigkeit vom Zuckerverkaufserlös bei beiden Vertragsmodellen um rund 2 Euro/t. Ein weiterer Unterschied zu den bisherigen Modellen beruht darauf, dass es auch bei dem Flexpreismodell jetzt eine Untergrenze gibt. So hat die Zuckerfabrik einen Grundpreis von 18,50 Euro/t Rüben eingezogen. Basis sind jeweils 17,8 Prozent Polarisation.
 

Ab 400 €/t Zuckerpreis wird Flexpreismodell interessanter

"Wie bisher ändert sich die Vorteilhaftigkeit der Modelle bei einem Zuckerverkaufserlös von rund 400 Euro/t", so Unternehmensberater Hans-Jürgen Hölzmann, von der LWK Nordrhein-Westfalen. So ist unterhalb der 400 Euro/t-Marke das Sicherheitsmodell für den Zuckerrübenpreis vorteilhafter. Beim Überschreiten der 400 Euro/t-Marke zeigt das Flexpreismodell seine Stärken.

Ab einem Zuckerverkaufserlös, also EU-Weißzuckerpreis von 450 Euro/t, beträgt der Rübenpreisunterschied laut Zuckerfabrik rund 4,50 Euro/t zugunsten des Flexpreismodells, während umgekehrt bei EU-Weißzuckerpreisen unter 400 Euro/t das Sicherheitsmodell im Maximum bis zu etwa 3,50 Euro/t besser abschneidet.

Bei den abgeleiteten Rübenpreisen ist ein Zuckergehalt von 17,8 Prozent, ein 3-Jahresvertrag und eine Schnitzel- und Spätlieferprämie von zusammen 4,50 Euro/t unterstellt.

Unterschiedliche Mehrjahresboni

Neu sind die betriebsindividuell wählbaren Vertragslaufzeiten von bis zu 3 Jahren mit entsprechendem Mehrjahresbonus. Für einjährige Verträge gibt es nichts (siehe Tabelle).

Mehrjahresbonus (€/t Rüben) 1-Jahresvertrag 2-Jahresvertrag 3-Jahresvertrag
Flexpreismodell - 0,75

1,75

Sicherheitsmodell - 0,50 1,50
bei 16 Prozent Zuckergehalt      

Daneben können die Rübenanbauer Flexpreis- und Sicherheitsmodell frei kombinieren, sofern im Rheinland in der Summe nicht mehr als 50 Prozent Sicherheitsmodell gewählt werden.

Leicht verändert hat Pfeifer & Langen die Überrübenbezahlung. Bis 120 Prozent Vertragserfüllung erfolgt die Bezahlung über das Flexpreismodell. Für fabrikferne Anbauregionen sinkt die Frachtkostenbeteiligung.

Bei Mehrjahresvertrag gibt es Nachzahlung für 2018

Zusätzlich bietet die Zuckerfabrik noch eine Prämie für die 2018 gelieferten Rüben. Wer einen 2-Jahresvertag abschließt, bekommt für die Rübenmenge 2018 eine Nachzahlung von 1,25 Euro/t. Bei einem Dreijahresvertrag beträgt die "Kontrahierungsprämie" 2,50 Euro/t.

"Von daher stellt sich für viele Zuckerrübenanbauer nicht unbedingt die Frage ob sie Zuckerrüben anbauen, sondern wie viele Zuckerrüben und welches Vertragsmodell sie in welchem Umfang wählen sollen.

Nach Auffassung von Unternehmensberater Hölzmann versprechen die Zuckernotierungen des Warenterminkontraktes Sugar Nr.11 an der New Yorker Börse für 2019 zumindest auskömmliche Rübenpreise, für 2020 könnte es sogar für gute Rübenpreise reichen.

Derzeit liegen die Erwartungen der Börsenakteure für 2020 bei knapp 450 Euro/t Weißzuckerpreis. Für die Ernte 2019 betragen die Einschätzungen eher um die 430 Euro/t.