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Betriebsreportage

Zwei Schwestern leiten Mecklenburgs größte Bio-Hühnerfarm

Das ist noch Blindtext für eine Bildunterschrift die noch folgen wird.
am Dienstag, 23.08.2022 - 05:00

320.000 Legehennen und 270 Mitarbeiter zählt die Erzeugergemeinschaft Fürstenhof. An ihrer Spitze stehen die beiden Schwestern Annalina und Leonie Behrens. Wie die beiden Frauen den Ökobetrieb leiten und welche Faktoren ihnen dabei wichtig sind, verraten sie agrarheute im Gespräch.

Auf insgesamt 100 ha baut die Erzeugergemeinschaft Fürstenhof Soja an. Im Frühjahr ist die Hacke ein treuer Begleiter in der Kultur.

Lässig lehnt sich Leonie Behrens an die Schulter ihrer Schwester Annalina. Die Größe der Erzeugergemeinschaft Fürstenhof in Mecklenburg-Vorpommern lässt sich allein am Fassungsvermögen der Siloanlage erkennen. Der ökologische Betrieb bewirtschaftet hier 7.000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. 5.500 ha davon nutzt die Gemeinschaft zur Futtermittelproduktion für die 320.000 Legehennen sowie 134.000 Bruderhähne und Junghennen.

Insgesamt haben sich 23 Betriebe der Erzeugergemeinschaft angeschlossen, die vergleichbar mit dem Genossenschaftsprinzip ist. „Wir versuchen hier mit den einzelnen Gesellschaften eine effiziente Kreislaufwirtschaft zu betreiben und produzieren unsere Futtermittel zum größten Teil selbst“, sagt Annalina Behrens, die auf dem Betrieb für den Geflügelbereich verantwortlich ist. Ihre Schwester Leonie ist Wirtschaftspsychologin und verantwortet in der Erzeugergemeinschaft den Vertrieb, das Marketing und die Unternehmenskommunikation.

Das Denken in Kreisläufen wird immer wieder sichtbar. So betreibt der Betrieb neben der Geflügelwirtschaft, dem Ackerbau und dem Mischfutterwerk drei Biogasanlagen sowie Photovoltaikanlagen auf fast allen Dächern. Um den Bedarf an Jungtieren zu decken, hat die Gemeinschaft im Jahr 2020 zudem in eine eigene Brüterei investiert.

Leonie Behrens: Wissen oder die Erfahrung zählen, nicht das Geschlecht

Ein Betrieb in dieser Größenordnung würde nicht funktionieren, wenn die eigenen Interessen immer an erster Stelle stünden. Die Schwestern setzen daher auf einen Umgang auf Augenhöhe und eine respektvolle, gleichberechtigte Zusammenarbeit.„Insgesamt arbeiten in unserem Erzeugerzusammenschluss 270 Kolleginnen und Kollegen. Da ist es wichtig, alle mitzunehmen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und die Dinge frei von der Position im Betrieb sachlich zu besprechen“, sagt Leonie Behrens.

Auch das zählt für die beiden Schwestern zu einer gleichberechtigten Zusammenarbeit im Betrieb. „Gleichberechtigung entsteht aus unserer Sicht durch Chancengleichheit und das bedeutet, dass das Wissen oder die Erfahrung zählen, die eine Person mitbringt, und nicht, wo sie herkommt oder welches Geschlecht sie hat“, erzählt Annalina Behrens.

„Auch wenn die Erfahrung vielleicht noch fehlt, jemand aber davon überzeugt, dass er oder sie den Job machen und sich entwickeln möchte, sollte man ihr oder ihm die Möglichkeit dazu geben, unabhängig davon, ob er oder sie dem Stereotypen entspricht oder nicht. Dafür ist es wichtig, sich mögliche Vorurteile bewusst zu machen und diese gezielt beiseitezulegen“, ergänzt Leonie Behrens.

Erzeugergemeinschaft mit 57 Prozent Frauenanteil

Dass Frauen in Mecklenburg-Vorpommern in der Landwirtschaft als nicht ungewöhnlich wahrgenommen werden, führen die beiden auch auf ein gewisses Selbstverständnis von berufstätigen Frauen in der ehemaligen DDR zurück. Der Frauenanteil in der Erzeugergemeinschaft liegt bei 57 Prozent, der Männeranteil dementsprechend bei 43 Prozent. Auch bei den Führungspositionen dominieren die Frauen.

Insgesamt 19 Standorte werden von Frauen geführt. Dazu gehören vor allem die Legehennenfarmen, die eigene Packstation, drei Aufzuchten und eine Elterntierhaltung. Auf sieben Standorten gibt es männliche Führungspositionen, darunter das Mischfutterwerk, der Ackerbau, die Rinderhaltung und drei weitere Aufzuchten. „Im Geflügelbereich sind wir tatsächlich sehr weiblich unterwegs. Da bräuchten wir dann schon eher eine Männerquote“, berichtet Annalina Behrens schmunzelnd.

Typische Männer- oder Frauenarbeiten gibt es auf dem Betrieb nicht, obwohl die Interessen häufig dennoch geschlechterspezifisch unterschiedlich sind. Klar gäbe es immer Kompetenzen, die klischeemäßig eher bei Frauen oder Männern vertreten sind, sagt Leonie Behrens. Aber es gibt auch Menschen, die aus dem Raster fallen und sich für die andere Seite interessieren. „Bei unseren Traktoristen beispielweise hatten wir immer nur männliche Kollegen. In diesem Jahr konnten wir aber eine junge Studentin für diesen Job dazugewinnen.“

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Dies war eine stark verkürzte Zusammenfassung der Reportage.
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