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Ökolandbau

Biomarkt 2015: So entwickelten sich Anbau und Erzeugerpreise

AgE/agrarheute
am
15.02.2016

Erstmals seit sieben Jahren verzeichnete die Bio-Branche in Deutschland 2015 wieder ein zweistelliges Umsatzwachstum. Auch die Preise für Milch und Schweinefleisch entwickelten sich deutlich besser als bei den konventionellen Kollegen.

Der deutsche Biomarkt ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2008 wieder prozentual zweistellig gestiegen. Der Umsatz mit Biolebensmitteln und -getränken erhöhte sich in Deutschland 2015 gegenüber dem Vorjahr um 11,1 Prozent auf 8,62 Milliarden Euro.

Verbandsgebundene Ökoanbaufläche steigt um 3,2 Prozent

Wie aus den Zahlen des Bunds für ökologische Lebensmittelwirtschaft zum Ökolandbau (BÖLW) im Einzelnen hervorgeht, hat die verbandsgebundene Ökoanbaufläche hierzulande 2015 um 3,2 Prozent auf 742.556 ha zugenommen, während das EU-Bioanbauareal um 2,2Prozent auf 335.394 ha wuchs. Von den insgesamt 24.343 Ökobetrieben in Deutschland wirtschaften 53,4 Prozent als Mitglied eines Bioanbauverbandes.

Tierproduktion steigt

  • Seit vier bis fünf Jahren erhöhen sich stetig die Biolegehennenbestände. Hier wurden zuletzt rund 4,2 Millionen Tiere registriert. Vor allem in Niedersachsen seien neue Ställe entstanden.
  • Die Biomilchanlieferung nahm laut BÖLW-Angaben im Jahr 2014 um vier Prozent auf 710 Millionen kg zu.
  • Die Schweinefleischproduktion ging um 6,7 Prozent auf 20.800 Tonnen zurück.

Erzeugerpreis 2015 für Bio-Schweine

In 2015 konnten sich Preise für Bioschweinefleisch "komplett" vom konventionellen Schweinemarkt entkoppeln. Die hohe Nachfrage gerade aus dem Lebensmitteleinzelhandel und ein kleineres Angebot hätten die Preise hier in die Höhe getrieben, erklärte der Verband. Zum Jahresende hätten die Bioschweinemäster zwischen 3,65 Euro und 3,70 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG) für Tiere der Handelsklasse E und damit fast drei Mal so viel wie ihre konventionellen Berufskollegen bekommen.

Erzeugerpreis 2015 für Biomilch

Die Preise für Biomilch seien 2015 zunächst stabil geblieben und im zweiten Halbjahr für Ware mit vier Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß leicht gestiegen, nämlich auf rund 48 Cent/l.

Bio-Getreidepreise blieben stabil

Die Preise für Getreide hätten sich - ähnlich wie am konventionellen Markt - für das gesamte Jahr gesehen ebenfalls kaum verändert. Die Preise für konventionelles Getreide seien zum Jahresende bedingt durch die stärkere Abhängigkeit von internationalen Entwicklungen gesunken, während der Biogetreidemarkt weniger vom Weltmarkt beeinflusst werde.

Erzeugerpreise für Kartoffeln 75 Prozent höher

Für biologisch erzeugte Kartoffeln lagen die Preise 2015 laut BÖLW im Schnitt mit rund 58 Euro/dt etwa 75 Prozent über dem Vorjahresniveau. Ursache hierfür sei die kleinere Ernte gewesen, insbesondere im zweitwichtigsten heimischen Anbaugebiet Bayern.

 

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