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Soziale Netzwerke

Bloggen: Warum junge Landwirte das Hofleben hautnah vermitteln

Bloggen im Kuhstall
Sophia Gottschaller, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
am
15.08.2017

Einige junge Landwirtinnen und Landwirte nutzen soziale Medien nicht nur zum Spaß. Sie schreiben dort über ihr Leben und die Arbeit auf dem Hof und zeigen so die junge und moderne Seite des Berufsstandes.

Fast 90 Prozent der deutschen Landwirte nutzen das Internet. Zu diesem Ergebnis kam das Institut für Agrarmarktforschung Kleffmann Group im Jahr 2014. Doch warum das Internet "nur" nutzen? Man kann sich dieses Medium auch zunutze machen und dort eigene Anliegen transportieren.

Wie das geht, zeigen seit einigen Jahren junge Landwirtinnen und Landwirte in ganz Deutschland: Sie haben sich das Internet zunutze gemacht und erzählen auf Portalen wie auf Facebook, auf Instagram oder in einem eigenen Blog von ihrem Leben und der Arbeit auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Die jungen Frauen und Männer schreiben über ihre Tiere, über Arbeiten im Stall und auf den Feldern oder über Maschinen. Sie thematisieren aber auch übergeordnete Fragen und Probleme, die sie als Landwirte beschäftigen und reagieren mit ihren Beiträgen auf aktuelle gesellschaftliche und politische Geschehnisse. Die Zeit dafür nehmen sie sich neben der Arbeit auf dem Hof.

Die Beiträge im Netz erreichen Verbraucher

Mit diesen Texten und Fotos rücken die jungen Blogger die Landwirtschaft im Internet in ein junges und modernes Licht. Sie machen Öffentlichkeitsarbeit für den Berufsstand, nicht mit aufwendig konzipierten Kampagnen, sondern auf einem direkten und vor allem sehr persönlichen Weg. Der Vorteil der Junglandwirte ist, dass sie sich in ihren Texten ganz auf den eigenen Betrieb konzentrieren und aus der eigenen Erfahrung schreiben können. Sie müssen, anders als beispielsweise Verbände, nicht die Befindlichkeiten aller landwirtschaftlichen Betriebszweige "unter einen Hut bringen". Zudem kommt es auf solchen Portalen gut an, wenn eine Person im Mittelpunkt dieser Texte und Bilder steht.

Verbraucher erreichen und informieren

Mit dieser lebensnahen Form der Öffentlichkeitsarbeit erreichen die jungen Frauen und Männer besonders im Internet eine Zielgruppe, die immer weniger über die Arbeit von Landwirten Bescheid weiß – die Jugend. Aber nicht nur junge Leute aus der Stadt und vom Land können die Beiträge lesen, sondern alle Internetnutzer, also auch alle Verbraucher. Registrierte Nutzer können die Beiträge zudem kommentieren und Fragen stellen. So haben junge Landwirtinnen und Landwirte die Möglichkeit, auch auf kritische Kommentare zu reagieren, Probleme ausführlicher zu erklären und zwar innerhalb kurzer Zeit.

Landwirte als Gegenpol zu radikalen Veganern

Gleichzeitig folgen aber auch andere Gruppierungen im Internet, wie "radikale" Veganer oder selbsterklärte Tierrechtler den Profilen und damit den Texten der Junglandwirte. Diese vergleichsweise kleinen Gruppen haben im Netz eine starke Präsenz und verbreiten dort pauschale und ablehnende Meinungen über die Tierhaltung und die Landwirtschaft als Gesamtes. Zudem attackieren sie landwirtschaftliche Blogger immer wieder mit persönlichen Beleidigungen und Bedrohungen, ohne Interesse an einer fachlichen und sachlichen Diskussion.

Gegen solche Gruppen können junge Landwirtinnen und Landwirten auf diesen Kanälen mit Berufskollegen aus Bayern, sogar aus der ganzen Welt, einen Gegenpol bilden. Sie haben die Möglichkeit sich zu vernetzen und damit im Internet gemeinsam ein junges, modernes und vor allem wahrheitsgetreues Bild von der Landwirtschaft zu zeigen.

Erfolgreich mit Social Media: Tipps von Agrarblogger Thomas Fabry

Chat-Interview mit Thomas Fabry
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