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Bodenmarkt

Bodenpreise: Verdopplung innerhalb von 10 Jahren

Symbolbild Bodenpreise
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Anke Fritz, agrarheute
am
05.10.2016

Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Bodenpreis verdoppelt. Experten rechnen aufgrund niedriger Erzeugerpreise mit einer Beruhigung des Bodenmarktes.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes kostete der Hektar 2015 im Schnitt knapp 19.600 Euro - zehn Jahre zuvor (2005) war es mit fast 8.700 Euro noch weit weniger als die Hälfte. Dabei klaffen die Bodenpreise regional weit auseinander. Kostet in Bayern der Hektar inzwischen schon mehr als 47.000 Euro, sind es am anderen Ende des Rankings im Saarland und in Thüringen nur um die 10.000 Euro.

 

Agrarflächen als langfristig sichere Geldanlage

Ein Ende dieser Entwicklung ist nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes nicht in Sicht. "Angesichts der Geldpolitik der vergangenen Jahre bietet der Markt für Finanzanlagen kaum noch attraktive Investments", erklärt Generalsekretär Bernhard Krüsken. Etliche Investoren suchten daher Agrarflächen als langfristig sichere Geldanlage. Hinzu komme, dass Weide- und Ackerland knapper werde. "Jeden Tag gehen 74 Hektar verloren", erklärt Krüsken mit Blick auf den Bau neuer Straßen, Gewerbe- und Wohnsiedlungen plus erforderlicher Ausgleichsmaßnahmen für die Flächenversiegelung.

Ähnlich lautet die Prognose des Bundesagrarministeriums. Der Druck auf den landwirtschaftlichen Bodenmarkt werde kurz- und mittelfristig anhalten, heißt es in Berlin auf Anfrage. "Außerlandwirtschaftliches Investorenkapital sucht sich verstärkt Anlagemöglichkeiten im Agrarbereich." Dies lasse Kauf- und Pachtpreise weiter steigen.

Steigende Bodenpreise: Normaler Marktprozess

Um der Preisrallye Einhalt zu gebieten werden auf Länderebene immer wieder gesetzliche Boden- oder Pachtpreisbremsen ins Gespräch gebracht. Doch Eingriffe der Politik könnten fatale Folgen haben, warnt der Direktor des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Halle, Alfons Balmann. Er spricht vielmehr von einem "normalen Marktprozess". Maßgeblich für den Anstieg der Kauf- und Pachtpreise der vergangenen Jahren war laut Balmann der große Optimismus in der Bauernschaft angesichts guter Erlöse im Ackerbau. Deswegen seien viele Landwirte bereit gewesen, sich zu vergrößern und mehr Geld für eine Fläche zu bieten. «So wurden die Preise gegenseitig hochgetrieben.»

Experten erwarten Beruhigung am Bodenmarkt

Balmann erwartet eine Beruhigung am Markt angesichts der Entwicklungen bei den Erzeugerpreisen. Zwar würden die Kauf- und vor allem die Pachtpreise im Schnitt weiter steigen, prognostiziert der Fachmann. Aber es werde in Zukunft seltener große Ausreißer geben.Bremsspuren bei der Preisrallye um Ackerland beobachtet die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG), die ehemals volkseigene Flächen im Osten privatisiert. «Derzeit liegen wir im Durchschnitt bei 3 Prozent über dem Durchschnittsverkaufspreis des Vorjahres», erläutert Sprecherin Constanze Fiedler. 2015 habe die BVVG im Schnitt noch ein Plus von rund 12 Prozent je Hektar erlöst.

Quelle: dpa

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