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Bilanz 2015

BVVG-Bodenpreise: 19.368 Euro/ha im Schnitt

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Anke Fritz, agrarheute
am
11.01.2016

In den östlichen Bundesländern verkauft und verpachtet nach wie vor die BVVG Landwirtschaftsflächen. Im vergangenen Jahr ist der Verkaufspreis um 12 Prozent gestiegen, der Pachtpreis um elf Prozent.

Die Verkaufspreise der Bodenverwertungs- und verwaltungsgesellschaft (BVVG) haben auch im zurückliegenden Jahr spürbar zugelegt. Wie die BVVG-Geschäftsführer Wolfgang Suhr und Stefan Schulz am 8. Januar in Berlin berichteten, veräußerte die Gesellschaft 2015 insgesamt 26. 300 Hektar (ha) Landwirtschaftsflächen (LN).

Der Verkaufspreis zum Marktwert notierte im Schnitt der neuen Bundesländer bei 19.368 Euro/ha und damit um rund 12  Prozent (%) über dem Vorjahresniveau. Nach Angaben ihrer Geschäftsführer lagen die durch die BVVG erzielten Preise 2015 um rund 40 % unter denen, die im Schnitt in den alten Bundesländer erzielt wurden.

BVVG-Flächen für Investoren uninteressant

Im Ergebnis von bedingungsfreien Ausschreibungen hat die BVVG im Jahr 2015 rund 8.700 ha landwirtschaftliche Flächen verkauft; rund 8.600 ha wurden verpachtet. Der überwiegende Teil der verkauften Lose ging an ortsansässige Landwirtschaftsbetriebe. Im Durchschnitt gaben drei Interessenten je Ausschreibungslos ein Gebot ab. Die alternativ zum Verkauf oder zur Verpachtung ausgeschriebenen Lose waren im Schnitt des gesamten Jahres 17 ha groß. Für Kapitalanleger seien die Ausschreibungen der BVVG durch die geringen Losgrößen und die Streulagen der Flurstücke in der Regel uninteressant, erläuterte Schulz.

Pachtpreis steigt um 11 Prozent

Die verpachteten Landwirtschaftsflächen umfassten den BVVG-Angaben zufolge zum 31. Dezember 2015 insgesamt 154.500 ha. Im Durchschnitt aller neuen Bundesländer lag der Pachtpreis im letzten Jahr bei 385 Euro/ha und somit um knapp elf Prozent über dem Vorjahreswert. Die Spanne reichte dabei von durchschnittlich 279 Euro/ha in Brandenburg bis 505 Euro/ha in Sachsen-Anhalt.

Preisdynamik geht weiter

Die BVVG-Geschäftsführer gehen nicht davon aus, dass die Preisdynamik am Bodenmarkt in Zukunft abreißen wird. Für das Jahr 2016 erwarten sie bei den BVVG-Verkaufspreisen nach konservativer Rechnung einen Anstieg von 6 % und bei den BVVG-Pachtpreisen ein Plus von 5 %. Schulz wies darauf hin, dass die Direktzahlungen der EU, das unverändert niedrige Zinsniveau und fehlende Geldanlagealternativen sowie die Knappheit des Produktionsmittels Boden auf absehbare Zeit für fortgesetzt steigende Preise sorgen dürften.

Suhr ergänzte, die Energiewende habe dafür gesorgt, dass sich der Ertrag einer Fläche inzwischen nicht nur über deren Ackerfrüchte definiere. Inzwischen könnten beispielsweise mit der Errichtung von Windkraftanlagen zusätzlich hohe Renditen erwirtschaftet werden, was auch bei den Kaufpreisentscheidungen für die Fläche eine wichtige Rolle spiele.

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