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Daran könnte die gemeinsame Sektorstrategie Milch scheitern

fressende Kühe
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Dr.Uwe Steffin, agrarheute
am
28.01.2019

Geschlossen will die Milchbranche gegenüber der Politik, dem Handel und den Verbrauchern auftreten. Die gemeinsame Sektorstrategie 2030 droht allerdings zu scheitern.

Einer Milchmengenbegrenzung im Krisenfall als Bestandteil einer Sektorstrategie 2030 hat Heinz Korte von der DMK Deutsches Milchkontor GmbH eine Absage erteilt. „Das Thema ist verbrannt und bei vielen negativ besetzt“, erklärte der DMK-Aufsichtsratsvorsitzende beim Milchforum des Deutschen Bauernverbandes (DBV) am Rande der Grünen Woche. Aufgeschlossen zeigte sich Korte, was gemeinsame Produktionsstandards angeht, die im Zuge einer noch zu gründenden Branchenorganisation Milch festgelegt werden könnten. 

So könnte bei der ganzjährigen Anbindehaltung im Rahmen einer Branchenorganisation ein „sauberer Übergang“ organisiert werden.  Es werde aber auch immer Abgrenzungen geben, wo eine Molkerei versuche, sich Alleinstellungsmerkmale zu erarbeiten, über die dann Landwirte auch besser honoriert werden könnten, schränkte Korte ein, der selbst Milchviehhalter ist. Es sei allemal besser, dass sich die Milchbranche selbst gewisse Standards gebe, als dass diese der Lebensmitteleinzelhandel setze.
 
 

agrarheute meint:

Das vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) vertretene Milchmarkt-Krisenmanagement-Konzept (MKM), das im Krisenfall eine zeitlich befristete, entschädigungslose Reduktion der Milchanlieferung für alle Milchviehbetriebe vorsieht, könnte sich als Knackpunkt bei der Formulierung einer gemeinsamen Sektorstrategie 2030 erweisen. Vor einem Jahr hatte DMK-Geschäftsführer Ingo Müller den Aufbau einer „Sektor-Strategie Milch“ angeregt, um künftig als deutsche Milchbranche geschlossen gegenüber Politik, Handel und Verbrauchern auftreten zu können.

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